Nach dem mysteriösen Verschwinden der elfjährigen Jeanne-Marie aus dem elsässischen Rhinau sind zwei Tatverdächtige und vier mutmaßliche Mitwisser festgenommen worden. Ein 34-jähriger Mann aus Artolsheim, 20 Kilometer südlich von Rhinau, stehe im Verdacht, das Mädchen angefahren zu haben, gab die Staatsanwaltschaft in Straßburg am Donnerstag bekannt. Sein 16-jähriger Bruder habe nach eigenen Angaben den Unfall miterlebt. Seinen Schilderungen zufolge wurde die noch lebende Jeanne-Marie zum Haus der Familie in Artolsheim gefahren. Weiterhin gab es am Donnerstag keine gesicherten Informationen darüber, was danach mit dem Mädchen geschah. Vier Familienmitglieder wurden unter dem Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung festgenommen.
Dem 34-Jährigen wird fahrlässige Körperverletzung und Entführung mit Todesfolge zur Last gelegt, seinem Bruder ebenfalls Entführung mit Todesfolge. Die Behörden kündigten an, die Suche nach Jeanne-Marie werde am Donnerstag fortgesetzt. Taucher sollten den Rhein bei Artolsheim absuchen, daneben würden Suchtrupps eingesetzt, um das Gebiet der Gemeinde Artolsheim systematisch zu durchkämmen.
Jeanne-Marie, siebtes von acht Kindern einer elsässischen Familie, war am Freitagmittag zuletzt in der Ortschaft Rhinau im elterlichen Garten gesehen worden. Rund 200 Meter vom Elternhaus entfernt wurde ihr Fahrrad gefunden. Von dem Mädchen fehlt seither jede Spur. Auch die großangelegte Suchaktion, an der sich seit dem Wochenende auf beiden Seiten des Rheins über 200 französische und deutsche Polizisten sowie Feuerwehrleute beteiligt hatten, blieb ohne Erfolg.
24. Juni 2004 - 11.40 Uhr
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