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Sechs Festnahmen nach spektakulärem Geldraub in Schweden

AFP VOM 28.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 669 Aufrufe
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Gelddepot

Serbien hatte Behörden vor Überfall gewarnt

Wenige Tage nach dem filmreifen Raubüberfall auf ein Gelddepot in Schweden hat die Polizei sechs Verdächtige gefasst. Die Männer im Alter zwischen 21 und 38 Jahren werden verdächtigt, an dem Überfall mit einem Hubschrauber auf das Depot beteiligt gewesen zu sein, erklärte die Stockholmer Staatsanwaltschaft. In den Überfall sind möglicherweise ehemalige Mitglieder einer serbischen Polizeieinheit verwickelt.

Fünf Verdächtigen wird gewaltsamer Diebstahl vorgeworfen, der mutmaßliche Hubschrauberpilot steht unter dem Verdacht der Beihilfe. Die Gangster hatten sich am vergangenen Mittwochmorgen über dem Gebäude im Stockholmer Vorort Västberga abgeseilt und waren kurz darauf mit Säcken voller Geld getürmt.

Laut der Tageszeitung "Expressen" beträgt die Beute umgerechnet 6,3 Millionen Euro. Das Sicherheitsunternehmen G4S hat umgerechnet 680.000 Euro Belohnung für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgesetzt.

Eine heiße Spur führt möglicherweise nach Serbien. Der serbische Innenminister Ivica Dacic erklärte laut Nachrichtenagentur Beta, sein Ministerium habe die schwedischen Behörden bereits "vor langer Zeit" über Vorbereitungen zu einem solchen Überfall informiert. Es sei den Schweden aber offenbar nicht gelungen, die Täter zu stoppen.

Ein schwedischer Ermittler bestätigte der Nachrichtenagentur TT, es habe eine Warnung serbischer Behörden vorgelegen. Allerdings hätten die Behörden mit einem Überfall eine Woche vor den tatsächlichen Überfall gerechnet. Der Alarmzustand sei wieder aufgehoben worden, als an dem Tag nichts geschehen sei.

Serbischen Medienberichten zufolge sollen ehemalige Mitglieder einer inzwischen aufgelösten Sondereinheit der serbischen Polizei, der "Rote Barette", an dem Überfall beteiligt gewesen sein. Dacic bestätigte die Berichte hingegen nicht. Die "Roten Barette" entstanden unter Führung des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic und waren bekannt für ihre Verbindungen mit dem organisierten Verbrechen und für Angriffe gegen politische Gegner Milosevics.

Wegen der Ermordung des serbischen Regierungschefs Zoran Djindjic im März 2003 verurteilte ein Gericht den ehemaligen Chef der "Roten Barette", Milorad "Legija" Ulemek, zu 40 Jahren Haft. Er gilt als Drahtzieher des Attentats. Die Sondereinheit wurde zwei Wochen nach der Ermordung Djindjics aufgelöst.

28. September 2009 - 20.50 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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