Schweizerischer Cannabis-Aktivist will Hungerstreik beenden
AFP VOM 23.12.2010 | Nachrichten - Allgemein | 746 Aufrufe Mehr zum Thema:Cannabis, Hungerstreik
Protest gegen Inhaftierung wegen illegalen Hanfanbaus
Der schweizerische Aktivist für die Legalisierung von Cannabis, Bernard Rappaz, hat die Beendigung seines 120-tägigen Hungerstreik angekündigt. Der 57-jährige Landwirt, der wegen des Anbaus von Hanf im Wallis zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden war, wolle am Freitag den Protest gegen seine Verurteilung beenden, sagte sein Anwalt Aba Neeman der Nachrichtenagentur AFP.
Der seit März inhaftierte Rappaz war im Oktober in Genf in ein Gefängniskrankenhaus eingeliefert worden, da die Nahrungsverweigerung seine Gesundheit gefährdete. Der Fall ist ein Politikum in der Schweiz, seitdem das oberste Gericht des Landes, das Bundesgericht, die Zwangsernährung des Gefangenen anordnete. Da dies nach Ansicht der Ärzte dem Prinzip "des absoluten Respekts des Willens eines urteilsfähigen Patienten" widerspricht, weigerten sie sich jedoch, dem Beschluss Folge zu leisten.
Der daraufhin angerufene Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg wies einen Antrag Rappaz' zu seiner einstweiligen Freilassung zurück. Eine Entscheidung über die Grundfragen, insbesondere die Frage der Zwangsernährung, steht jedoch noch aus. Bis zur endgültigen Entscheidung des Gerichts wolle Rappaz seinen Hungerstreik aussetzen, sagte Neeman und gab an, dass sein Mandant "erleichtert" über das Ende der Aktion sei.
23.12.2010 - 22:01 Uhr


