Schweizer Außenministerin vermisst bei Polanski-Festnahme Feingefühl
AFP VOM 29.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 828 Aufrufe Mehr zum Thema:Polanski
Calmy-Rey verweist auf Auslieferungsabkommen mit USA
Nach der Festnahme von Oscar-Preisträger Roman Polanski hat die Schweizer Außenminister Micheline Calmy-Rey den eigenen Justizbehörden mangelndes Fingerspitzengefühl vorgeworfen. Es sei ein "Mangel an Feingefühl", dass der Regisseur ausgerechnet vor seiner geplanten Ehrung bei einem Filmfestival in Zürich festgenommen worden sei, sagte Calmy-Rey am Dienstag vor Journalisten. Juristisch habe die Schweiz aber keine andere Wahl gehabt. Es gebe ein Auslieferungsabkommen mit den USA und die Schweiz halte sich an derartige Abkommen, erklärte die Außenministerin. Grundlage für die Festnahme war ein internationaler Haftbefehl der USA aus dem Jahr 2005.
Der französisch-polnische Regisseur war am Samstag bei seiner Einreise in die Schweiz überraschend festgenommen worden. Er hätte beim Internationalen Filmfest in Zürich für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden sollen. Polanski hatte sich 1977, im Alter von damals 43 Jahren, in den USA an einer 13-Jährigen vergangen. Er bekannte sich schuldig und saß zunächst 47 Tage im Gefängnis, floh aber vor Urteilsverkündung nach Frankreich. In die USA kehrte Polanski seitdem nie zurück. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu 50 Jahre Haft.
29. September 2009 - 18.35 Uhr
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