
Im Streit um die Festnahme eines Gadaffi-Sohns in Genf sorgt sich die Schweiz um zwei ihrer Staatsbürger in Libyen. Die beiden festgenommen Schweizer würden unter "sehr schwierigen" Umständen festgehalten, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Bern. Unter anderem müssten sie in einer winzigen Zelle zusammen mit 20 anderen Gefangenen ausharren. Die libyschen Behörden werfen den beiden Schweizern Verstöße gegen die Einwanderungsbestimmungen vor.
An diesen Vorwürfen meldete der Sprecher des Außenministeriums "große Zweifel" an. Er kritisierte zudem, dass die Schweizer Vertretung in Tripolis kein Besuchsrecht bekommen habe.
Hintergrund der Affäre ist offensichtlich die Festnahme eines Sohnes des libyschen Revolutionsführers Muammar el Gaddafi in Genf. Der 32-jährige Hannibal Gaddafi und seine Ehefrau waren in der vergangenen Woche festgenommen und nur gegen ein hohe Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Gaddafi junior soll zwei Angestellte eines Genfer Fünf-Sterne-Hotel geschlagen haben. Aus Protest gegen seine Festnahme stoppte die nationale libysche Seefrachtgesellschaft am Donnerstag die Erdöllieferungen an die Schweiz.
25. Juli 2008 - 10.27 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2008

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