Schulden - ich will zahlen, kann aber nicht - wie komm ich da wieder raus?
Hallo,
ich habe aus einer alten Selbständigkeit und wg. Kaufsucht 9000€ Schulden bei Privatpersonen, Banken und Firmen.
4000€ davon habe ich bei meinem Chef, das heißt die baue ich durch Überstunden ab.
2000€ sind Dispo bei 2 Banken.
2500€ Schulden bei Firmen.
Ich möchte diesen Firmen ihr Geld zahlen, Heisst: Ich möchte keine Privatinsolvenzanmelden, jedoch kann ich nicht. Vor allem nicht auf einen Schlag.
Ich bin Auszubildender und verdiene monatlich netto 350€. Hinzu kommen 300€ mtl. von meiner Mutter Kindergeld + Unterhalt.
Heisst: Ich habe 650€. -350€ Miete, -50€ Fahrtkosten (Nahverkehr), -50€ Abzahlung an Sparkasse, -50€ Abzahlung an Citibank => 200€
Von 200€ muss ich mein Leben in den restlichen Hinsichten finanzieren.
Nun habe ich das Problem, dass ich Briefe von den Firmen bzw. deren Anwälten erhalten habe, mit der Drohung zur Zwangsvollstreckung usw.
Bei mir ist jedoch nichs zu holen. Die Frage ist jetzt:
Was tue ich am besten um aus diesem Loch herauszukommen?
> Geld für einen freien Schuldnerberater habe ich nicht.
> 3 Monate Wartezeit bei der staatl. Schuldnerberatung kann ich auch nicht überbrücken.
Ich bin mir bewusst, dass ich diese Schulden verursacht habe und möchte deswegen auch alles bis auf den letzten Cent zahlen. Die Frage ist halt nur: Wann.
Gibt es eine Möglichkeit die Firmen dazu zu bringen kollektiv zu warten, so dass ich von klein nach groß die Firmen abzahle, ohne dass Zinsen + evtl. Anwaltskosten, Gerichtskosten auf mich zukommen?
Viele viele Fragen. Für mich ist alles unklar momentan.
Ich weiß nur eins: Ich will dieses Problem lösen, irgendwie.
Liebe Grüße
und danke
Sascha
von Ironist am 22.08.2005 22:09
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>Schulden - ich will zahlen, kann aber nicht - wie komm ich da wieder raus?
schaut man sich die finanzen an fällt doch eigentlich mehr oder weniger sofort auf, dass die mietzahlung überdimensional ist - sie verschlingt rund 54% des einkommens in der einkommenskategorie dürften 40% angemessen sein. vielleicht gibt es die möglichkeit durch umzug evtl. in eine WG hier zu sparen. das kommt aber natürlich auf den regionalen mietspiegel an. ich denke hier ließen sich 90 eur sparen die hier sicherlich weniger weh tun als die anderswo herzunehmen.
dafür halte ich (über)leben mit 200,- eur schon fast nicht mehr für möglich - es liegt zudem nochmals deutlich unter hartz iv (selbst wenn man strom berücksichtigt). die 90 eur sollten daher hier für lebensmittel, kleidungskosten und freizeit (auch das muss mal sein) aufgewandt werden.
die schulden bei deinem chef tilgen sich ja derzeit ohne finanziellen aufwand, so daß diese zumindest am portemonaie nicht weiter drücken.
bei banken und firmen sind die schulden etwa gleich hoch. ich würde daher empfehlen die raten bei den banken auf je 25 eur runter zu schrauben und im gegenzug die 50 eur an die firmen zahlen. schon alleine um teuere gerichtsvollzieherbesuche und weitere anwaltskosten zu vermeiden.
letztlich bleibt aber die frage ob es denn tatsächlich 4.500 eur sind. aller erfahrung nach werden die beträge unterschätzt - sortieren sich doch einmal die letzten schreiben der jeweiligen gläubiger und addieren sie. die eingangs erwähnten schulden bei privatpersonen tauchen später nicht mehr auf.
die möglichkeit einer umschuldung dürften bei ihnen auch nicht gegeben sein - es sei denn sie bekämen privat den kredit zur auslösung bei banken sieht die lage eher hoffnungslos aus.
wenn sie die höhe ihrer schulden genau ermittelt haben denken sie nochmal über eine vebraucherinsolvenz (dürfte trotz schulden aus selbstständigkeit hier machbar sein) nach - sie können ihre schulden bei ihrem chef ja ehrenhalber trotzdem abarbeiten - um die citibank soll es nicht schade sein. sollte es bei den derzeitigen zahlen bleiben dürfte eine privatinsolvenz sich allerdings vermutklich nicht lohnen - es kommt allerdings darauf an, wie ihre berufliche perspektive nach beendigung der ausbildung aussieht.
im übrigen steht ihnen auch mehr zu: von ihrem nettoeinkommen dürfen sie 90 eur berufbsbedingte aufwendungen abziehen. die differenz zu 640 eur ist dann unterhaltsbedarf (380 eur incl. kdg) - so dass sie dann 730 eur zur verfügung hätten. ob diese beträage allerdings praktisch von ihren eltern 'zu holen' sind werden sie selbst besser beurteilen können.
-- Editiert von luda am 23.08.2005 12:07:15
von luDa am 23.08.2005 11:54
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>Schulden - ich will zahlen, kann aber nicht - wie komm ich da wieder raus?
münchen ist natürlich der denkbar ungünstigste ort zum leben (zumindest was die mieten angeht) - daher wird sich da wohl wirklich nichts mehr machen lassen.
der unterschied zwischen der e.V. und verbracherinsolvenz lässt sich grob so skizzieren:
zur abgabe der e.V. sind sie im falle von gerichtsvollzieherbesuchen ohne zahlungsmöglichkeit und antrag des gläubigers verpflichtet - weigern sie sich ergeht haftbefehl. sie müssen ein verzeichnis ihres vermögens abgeben welches beim amtsgericht verwahrt wird und von jedem der ein berechtiges interesse nachweist eingesehen werden kann - hinzu kommt ein entsprechender schufa eintrag. zumeist erfolgen sodann kontopfändungen woraufhin viele banken die geschäftsbeziehungen kündigen.
bei der verbracherinsolvenz findet auf ihr betreiben statt (fremdanträge sind möglich werden aber praktisch so gut wie nie gestellt) bekommen sie einen insolvenzverwalter zugeteilt an den sie 7 jahre lang (oder bis alles gezahlt ist) alle pfändbaren einkünfte abgeben (derzeit als 0 eur) die beträge werden an die gläubiger dann quotiert ausgeschüttet. nach 7 jahren noch offene beträge werden ihnen bei ordnungsgemäßer führung erlassen und restschuldbefreiung ausgesprochen. sollten sie also z.B. im anschluss an ihre ausbildung ein studium beginnen wollen werden sie nicht einen cent zahlen müssen da sie die gesamte laufzeit unter den pfändungsfreigrenzen bleiben - diese beträgt derzeit netto 989,99 eur.
von luDa am 24.08.2005 12:02
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