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Schreiben vom Anwalt Rückzahlung nach 2 Jahren

7.1.2016 Thema abonnieren
 Von 
amhom
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Schreiben vom Anwalt Rückzahlung nach 2 Jahren

Hallo, in Kürze: 2012 Dez ein Balkongeländer bar gezahlt. 8200€ aber nicht schwarz, sondern mit Rechnung, unterschrieben und mit MWST. Finanzamt sagt ich könne nur bei Überweisung den Betrag von der Steuer absetzen. 1Stunde nach der barzahlung habe ich die Firma angerufen, sie sollen mir das Geld zurück geben, ich würde übereisen. Der Chef verneint, ich solle überweisen, dann würde er mir das Geld zurück geben. Auf der Rechnung keinerlei Bankverbindung. Der Chef nennt mir eine ( falsche ) Kontoverbindung. Ich überweise, bekomme aber nach vielen Schreiben, auch über den Anwalt keine Zahlung. Handwerkskammer sagt mir, ich hätte das Pech an eine von 2 im Saarland tätigen Firmen gelangt zu sein, die so arbeiten. Ich bekäme garantiert nichts zurück. Gerichtstermin, er erscheint nicht, ich gewinne, es erfolgt eine Kontopfändung, es kommt heraus, er ist bgar kein Kunde bei dieser Bank ( er hatte mir die Bankverbindung zum Überweisen gegeben. ) Ich stelle Strafanzeige wg Betrug. Anwalt ruft bei ihm an und sagt, er würde ihn persönlich anzeigen. Jetzt kommt es zur Zahlung in 4 Raten.Inzwischen kommt die Kripo zu ihm wg meiner Anzeige. Er sagt, ( obwohl sich die Sache über 10 Monate hingezogen hat !!!!) er sei in Urlaub gewesen und die Auftragslage sei über den Jahreswechsel schlecht gewesenm, daher hätte er erst jetzt alles beglichen. Ich ziehe die Anklage zurück. Nun, 2 Jahre später bekomme ich einen Brief von einem Insolvenz Anwalt. Ich hätte es gewusst haben müssen, dass er insolvent ist, wenn er nicht zahlt. ( was hätte das genutzt, er hatte doch schon auf betrügerische Art mein Geld.) Bekommen habe ich letztendlich 8.400€, also soviel, um das er mich betrogen hatte. Logischerweise kamen dann RA Kosten und Gerichtskosten dazu. Nun verlangt der Insolvenz Anwalt sage und schreibe 10100€ plus 5% Zinsen für die ganze Zeit von mir, das sind zusammen ca 12.000€. Was habe ich eigentlich verbrochen? Er hat mich um 8200€ geprellt, das ganze nach dem Prozess zurückgezahlt und ich soll nun bluten. Die Insolvenz von ihm wurde erst im Oktober 2015 eröffnet. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich bitte um Rat, was ich machen kann. Dankeschön im Voraus.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(16901 Beiträge, 11574x hilfreich)

Ich persönlich würde zunächst einmal den Nachweis verlangen, dass er schon 2012 bzw. 2013 (wann immer die Rückzahlung war) insolvent war oder einer drohenden Zahlungsunfähigkeit unterlag. Zudem einen Beweis, dass man die Zahlungsunfähigkeit kannte und dass andere benachteiligt werden würden. Letztendlich habe er ja gelogen, denn angeblich war er ja nur in Urlaub und habe deswegen nicht gezahlt. Ich würde den IV nach der Gesetzesgrundlage seiner Rückforderung befragen. Ich würde den IV zudem dazu befragen, was das für ein Konto war, was sein Schützling da benannt hatte, denn offenbar war es nicht seines, da die Pfändung ja ins Leere lief.

Zudem würde ich in den Raum stellen, dass die Handlung des Insolventen ja eine vorsätzlich begangene unerlaubte Handlung war und dass zudem eine Insolvenzverschleppung und ggf. weitere Insolvenzstraftaten im Raum stehen würden, wenn er wirklich schon Jahre zuvor faktisch insolvent war...

Sprich: Ich würde mich erst mal stur und unwissend stellen. Und sobald dann Details kommen, kann man sich denke ich immer noch damit auseinandersetzen. Die Hürde für den IV, derart lange etwas zurückfordern zu dürfen, ist relativ hoch.

P.S.: Zu den Insolvenzstraftaten: Das falsche Konto kann ggf. einem Familienangehörigen gehört haben und mit dem Versuch, das Geld beiseite zu schaffen und sich doppelt zu befriedigen wollte man vielleicht bereits bestehenden Pfändungen entgegen wirken? Diesen Verdacht würde ich dann nachgehen, wenn der IV wirklich erfolgreich das Rechtsgeschäft anfechten kann...

-- Editiert von mepeisen am 08.01.2016 08:12

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#2
 Von 
amhom
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke vorerst mal, ich habe die Befürchtung, das Geld hat er auf ein Konto seiner Familie gebracht, aber die Rückzahlung vom Geschäftskonto. Nur so konnte der IV davon erfahren haben. Dann habe ich evtl. die A Karte

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(16901 Beiträge, 11574x hilfreich)

Zitat:
Dann habe ich evtl. die A Karte

Nicht zwangsläufig, denn dann hängen ggf. auch hinsichtlich etwaiger Straftatbestände, die besagten Familienangehörigen mit drin. Und ggf. hätte man denen gegenüber einen Ausgleichsanspruch.

Wie gesagt würde ich erst erst mal auf die zwei Sätze beschränken, dass der IV sich zur Gesetzesgrundlage seiner Rückforderung und zu den Beweisen, warum man von all dem wissen musste und warum es dennoch zwei Jahre gedauert hat, bis Insolvenz eingereicht wurde, befragen. Mehr nicht. Damit ist der beschäftigt und vielleicht hat sich es dann auch erledigt, denn der IV verfolgt das nicht mehr weiter.

Die Frage ist, wenn das alles konkrete Züge annimmt, also die Rückforderung, ob man nicht irgendwann einen Anwalt einschaltet. Gerade hinsichtlich der Frage, ob man sich das dann nicht von den beteiligten Familienangehörigen zurückholen kann. Denn ein wildfremdes Konto eines völlig unbeteiligten wird das ja nicht gewesen sein... Sonst hätte er sich vor Gericht ja damit verteidigt, dass er das überwiesene Geld nie bekommen habe ;-)

Ein Anwalt könnte sogar zeitnah Sinn ergeben, denn wenn die Überweisung 2013 war, dann ist Ende 2016 eine Verjährung erreicht gegenüber dem Familienangehörigen... Denke ich zumindest.

-- Editiert von mepeisen am 09.01.2016 00:27

-- Editiert von mepeisen am 09.01.2016 00:28

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#4
 Von 
amhom
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke, bin für jeden Hinweis dankbar. Es ist unglaublich viel Geld für mich, das ich nicht habe. Erst werde ich betrogen, dann bekomme ich durch ein dämkiches Gesetz noch zusätzlich in den Hintern getreten. Das mit dem anderen Konto ist schon ein Hinweis, aber wenn soviel kriminelle Energie im Spuel ist, kann ich mir vorstellen, dass auch dieses Konto inzwischen leergeräumt ist.

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#5
 Von 
amhom
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke, bin für jeden Hinweis dankbar. Es ist unglaublich viel Geld für mich, das ich nicht habe. Erst werde ich betrogen, dann bekomme ich durch ein dämkiches Gesetz noch zusätzlich in den Hintern getreten. Das mit dem anderen Konto ist schon ein Hinweis, aber wenn soviel kriminelle Energie im Spuel ist, kann ich mir vorstellen, dass auch dieses Konto inzwischen leergeräumt ist.

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#6
 Von 
amhom
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Darf denn eine Bank überhaupt den Besitzer eines Kontos nennen?????

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#7
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(16901 Beiträge, 11574x hilfreich)

Bei einem berechtigten Anspruch des Auskunftssuchenden durchaus. Und da irrtümlich überwiesen wurde und durch die fruchtlose Pfändung klar ist, dass es irgendwie nicht sein Konto war, müsste die Bank auch Auskunft erteilen, damit man gegen den echten Kontoinhaber ggf. vorgehen kann.
Im Übrigen: Es gibt noch das Szenario, dass er das Konto vor Pfändung gekündigt hatte und das Geld verschwunden ist bzw. beiseite geschafft wurde. Macht die Situation nicht besser für ihn.

-- Editiert von mepeisen am 09.01.2016 17:41

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#8
 Von 
amhom
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für eure Unterstützung. Ich bin froh darüber.
Ich werde einmal ein Schreiben aufsetzen.
Das Tollste ist, dass das bereits die 2. Insolvenz ist, wie ich erfahren habe. Der Mann fährt heute noch in einem 750PS Merzedes herum, wohnt noch in einer Villa, seine Frau fährt einen W7. Kann man dabei noch die Welt, oder besser gesagt unser Rechtssystem verstehen?

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