Schraubenmilliardär Würth kommt mit Geldstrafe davon
AFP VOM 28.5.2008 | Nachrichten - Nachrichten | 1469 Aufrufe Mehr zum Thema:Milliardär, Würth, Steuerhinterziehung
Ermittlungen im Steuerverfahren abgeschlossen
Der als "Schraubenmilliardär" bekannt gewordene baden-württembergische Unternehmer Reinhold Würth ist in dem Steuerverfahren gegen sich mit einer Geldstrafe davon gekommen. Er gelte nun aber als vorbestraft, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit. Gegen den Inhaber des Schraubenshandels-Imperiums wurde ein Strafbefehl über 700 Tagessätze verhängt. Über die genaue Höhe des Tagessatzes machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Sollte die höchstmögliche Summe von 5000 Euro verhängt worden sein, müsste Würth 3,5 Millionen Euro zahlen.
In einer Erklärung ließ Reinhold Würth mitteilen, er habe sich "nach sehr reiflicher Überlegung bereit erklärt, die Verantwortung für offensichtlich strittige und komplexe Fragen der Besteuerung der Würth-Gruppe zu übernehmen". Damit schütze er sein Unternehmen nicht zuletzt vor den belastenden Auswirkungen jahrelanger Prozesse und Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit.
Die Staatsanwaltschaft verhängte gegen einen weiteren Beschuldigten aus der Firmengruppe einen Strafbefehl über 700 Tagessätze sowie gegen einen dritten 600 Tagessätze. Bei der Bemessung der Geldstrafe für die drei Verantwortlichen sei berücksichtigt worden, dass der Schaden vollständig gutgemacht worden sei. Gegen drei weitere Vertreter von Gesellschaften der Würth-Gruppe seien die Ermittlungen gegen Zahlung von Geldauflagen in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro eingestellt worden.
Die nun mit dem Strafbefehl belangten sollen von 1999 bis 2001 Steuern hinterzogen haben, indem sie für den Gesamtkonzern angefallene Kosten nicht den jeweils verursachenden Konzerngesellschaften zugeordnet haben, sondern diese im Wesentlichen nur bei einer Gesellschaft gewinnbringend verbucht wurden. Die Ermittlungen zu den Vorwürfen liefen seit 2006.
Würth hat aus seinem Familienunternehmen einen riesigen Konzern mit rund 60.000 Mitarbeitern geformt. Deutschlandweit bekannt wurde Würth auch durch seinen Auftritt in einer TV-Werbespot-Reihe des Landes Baden-Württemberg mit dem Slogan "Wir können alles - außer hochdeutsch".
28. Mai 2008 - 18.12 Uhr
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