Angesichts der Kritik von US-Senatoren hat die schottische Regionalregierung die Freilassung des Lockerbie-Attentäters aus humanitären Gründen verteidigt. Regierungschef Alex Salmond sagte dem Rundfunksender BBC, die Entscheidung, Abdelbasset Ali Mohammed el Megrahi freizulassen, sei "in gutem Glauben" getroffen worden und werde nicht bereut.
Die schottische Regierung hatte den schwer krebskranken Megrahi, der als einziger Attentäter des Anschlags auf ein US-Linienflugzeug im Jahr 1988 verurteilt worden war, vor elf Monaten begnadigt. Bei dem Anschlag waren 270 Menschen getötet worden, die meisten stammten aus den USA. Megrahis Freilassung löste dort Empörung aus. Zudem gab es Gerüchte, die schottische Regierung habe mit ihrer Entscheidung einen lukrativen Auftrag aus Libyen an den britischen Ölkonzern BP nicht gefährden wollen.
Die schottische Regierung habe im Zusammenhang mit der Freilassung weder schriftlichen noch mündlichen Kontakt mit dem Mineralölkonzern BP gehabt, sagte dazu Salmond. In einem Brief an US-Senatoren bekräftigte der Regierungschef zudem, dass seine Regierung nie "irgendwelche Vertreter" von BP oder dem verurteilten Attentäter el Megrahi empfangen habe.
22. Juli 2010 - 10.07 Uhr
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