Das Original seit 2000:
Erste Hilfe in Rechtsfragen.
340828
zufriedene Nutzer
Sie sind hier:  www.123recht.net » Nachrichten » Gesetzgebung » 

Schmerzensgeld bei zu langen Justizverfahren geplant

AFP VOM 8.4.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1837 Aufrufe
Mehr zum Thema:

Schmerzensgeld, Justizverfahren

Bundesjustizministerin plant entsprechendes Gesetz

Gegen überlange Gerichts- und Ermittlungsverfahren in Deutschland sollen sich die Bürger künftig offenbar wehren können: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" mit einem neuen Gesetz eine so genannte Verzögerungsrüge einführen. Zudem sollen die Betroffenen Wiedergutmachung und Schadenersatz erhalten können. Das Gesetz sieht dem Bericht zufolge auch eine Art Schmerzensgeld von hundert Euro pro Monat vor, wenn Richter oder Staatsanwälte zu langsam arbeiten.

Die bisher für Verzögerungen angeführten Argumente, die Gerichte seien überlastet und hätten zu wenig Personal, werden dem Bericht der "Süddeutschen" zufolge nicht anerkannt. Auf diese Weise soll offenbar auch eine Personalaufstockung bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften erzwungen werden, weil dies unter dem Strich billiger kommt als die ständige Verurteilung zu Entschädigungsleistungen.

Mit dem Gesetzentwurf entspricht die Ministerin einer Forderung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte: Das Straßburger Gericht hat die Bundesrepublik immer wieder wegen zu langer Dauer von Prozessen verurteilt.

8. April 2010 - 09.47 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


Leserkommentare
von JNiemann am 13.04.2010 15:05:03# 1
Bevor dieses Gesetz kommt ist die nächste Eiszeit schneller da. Man merkt das wieder mal eine wichtige Wahl bevorsteht und hier wieder leere Worthülsen produzieren muß. Warum werden z.B. Versicherungen und öffentliche Träger nach 12 Monaten per Gesetz nicht gezwungen die versicherte Entschädigung zu zahlen, anstatt bei größeren Summen über zig Jahre die Verfahren hinaus zu zögern. Auch sollten bei absichtlichen Verzögern von Entschädigungen, dies eine Straftat darstellen und umgehend verfolgt werden. Wenn dies so kommen würde, gäbe es dann natürlich keine gutbezahlten "Alterssitze " mehr für unsere Politiker und deren Angehörigen. Dewswegen wird dies auch nie geschehen.
    
123recht.net ist Rechtspartner von:

340828
registrierte
Nutzer

durchschnittl. Bewertung

97934
beantwortete Fragen
10
Anwälte jetzt
online
Rechtsanwalt
Danilo Robel
Leipzig
Arbeitsrecht, Wirtschaftsrecht, Familienrecht, Markenrecht, Urheberrecht
Quickie!
Ihre Meinung zählt.
Eine 50-Stunden-Woche ist bei Niedriglöhnern wie in den Chefetagen keine Seltenheit. Kennt Ihr das? Wie viele Stunden arbeitet Ihr ca. pro Woche?