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Schlussphase im Kriegsverbrecherprozess gegen Liberias Ex-Staatschef

Schlussphase im Kriegsverbrecherprozess gegen Liberias Ex-Staatschef

AFP VOM 8.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 642 Aufrufe
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Taylor, Kriegsverbrechen

Taylor und Anwalt bleiben Verhandlung fern

Die Schlussphase des Prozesses gegen Liberias Ex-Präsidenten Charles Taylor wegen Kriegsverbrechen hat mit einem Eklat begonnen. Taylors Verteidiger Courtenay Griffiths stürmte am Dienstag aus dem Gerichtssaal im Den Haager Vorort Leidschendam, nachdem das Gericht ein von ihm verspätet eingereichtes Dokument nicht zugelassen hatte. Nach einer kurzen Pause blieb auch der Angeklagte selbst trotz einer gegenteiligen Anweisung der Richterin Teresa Doherty der Verhandlung fern.

Auf die Frage der Richterin nach dem Verbleib Taylors, sagte eine Angestellte des Gerichts, dieser sei sehr aufgebracht gewesen und hätte etwas Ruhe gebraucht. Doherty erklärte daraufhin, Taylor habe bewusst gegen die Anweisung verstoßen, im Gericht zu verbleiben, und ordnete die Fortsetzung der Sitzung an. Auf der Tagesordnung vom Dienstag stand das Schlussplädoyer der Anklage, am Mittwoch soll dann die Verteidigung ihr Schlussplädoyer halten.

Am Vormittag hatte Taylors Anwalt Griffiths argumentiert, dass es den Prozess unfair mache, wenn ein Dokument nicht zugelassen werde. Da Doherty die Zulassung des verspätet eingereichten Dokuments jedoch ablehnte, verließ der Anwalt den Gerichtssaal, da er es als "nicht angemessen" empfinde, weiter an dem Verfahren teilzunehmen. Vor dem Gerichtssaal bezeichnete er den Prozess dann als "vollständige Farce".

In dem seit 2008 laufenden Verfahren geht es um Taylors mutmaßliche Unterstützung für die Rebellenbewegung Revolutionäre Front im Nachbarland Sierra Leone, die Kindersoldaten in den Kampf geschickt und mit deren Hilfe Taylor reiche Diamantenschätze eingefahren haben soll. Bei dem Bürgerkrieg in Sierra Leone wurden zwischen 1991 und 2001 etwa 120.000 Menschen getötet. Es ist das erste Verfahren gegen einen afrikanischen Staatschef vor einem internationalen Gericht. Das Urteil wird für Mitte des Jahres erwartet.

08.02.2011 - 13:31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010

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