Schill will mit Haaranalyse in München Kokain-Verdacht entkräften
AFP VOM 11.2.2002 | Nachrichten - Aktuelles | 4341 Aufrufe Mehr zum Thema:Schill, Kokain, Haarprobe
- Innensenator für Haarprobe eigens nach Bayern gereist
Mit einer Haaranalyse am Gerichtsmedizinischen Institut in München will Hamburgs Innensenator Ronald Schill den Kokain-Verdacht gegen sich entkräften. Schill gab am Montagnachmittag eine Haarprobe in der bayerischen Landeshauptstadt ab. Bei seinem Eintreffen im Gerichtsmedizinischen Institut bezeichnete der rechtspopulistische Politiker die Vorwürfe erneut als "abstrus" und sprach von einer "Schmutzkampagne". Wann mit einem Ergebnis der Haaranalyse zu rechnen ist, ließ Schill offen. Ein Sprecher der Hamburger Innenbehörde hatte zuvor erklärt, das Ergebnis liege frühestens in einer Woche vor.
Der Innensenator hatte sich zu dem Schritt veranlasst gesehen, nachdem im ARD-Fernsehmagazin "Panorama" ein anonymer Zeuge erklärt hatte, Schill habe am 23. September nach seinem Wahlsieg bei der Hamburger Bürgerschaftswahl weißes Pulver auf sein Zahnfleisch gerieben. Sicherheitsbeamte des Landeskriminalamts, die sich nach eigenen Angaben pausenlos an der Seite von Schill aufgehalten hatten, widersprachen dem Zeugen allerdings.
Schill begründete nun sein Entscheidung, die Haaranalyse in München und nicht in Hamburg vornehmen zu lassen, damit, er habe Spekulationen über eine politische Einflussnahme auf das Ergebnis vorbeugen wollen. Zugleich äußerte der Innensenator den Verdacht, das Aufkommen des Kokain-Verdachts könne im Zusammenhang mit den Plänen seiner Partei stehen, bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr anzutreten.
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