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Schikane durch Vermieterin?

9.1.2015 Thema abonnieren
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 Von 
Hr. X
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 4x hilfreich)
Schikane durch Vermieterin?

Hallo miteinander,

Am 26. September 2014 sind Mieterin A (Vertragsunterzeichnerin), Mieter B (Fester Freund) und Mieter C (Sohn von A) in eine Wohnung eingezogen.

Im Mietvertrag wurde eine zu geringe Quadratmetergröße (ca. 50qm) angegeben. Es ist ein Mustermietvertrag mit Lückentext, zum händischen ausfüllen.

Mieterin A hat Vermieterin (Schwester von A, Tante von C) erklärt, dass nur Miete gezahlt werden kann, in Höhe von Einkommen durch Jobcenter.

Vermieterin und Mieterin A haben den Mietvertrag unterschrieben.

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Kurze Vorgeschichte:
Die Wohnung wurde vorher von der Tochter der Vermieterin bewohnt. Diese ist jedoch nach Ägypten ausgewandert. Vermieterin hat Mieterin A die Wohnung als Mietwohnung angeboten.
Das Mietobjekt war möbliert und wurde mit Einverständnis der Vermieterin fast vollständig geräumt. Die Wohnung war in schlechtem Zustand, welcher jedoch auf Kosten von Mieter C und Mieterin A auf Vordermann gebracht wurde. Hierbei wurde nicht nur renoviert, sondern auch Steckdosen angebracht, da zuwenige vorhanden war (Küche), Löcher in Wänden entfernt, Fenster-Unterbauten aufgrund von Undichtheit erneuert, Glasscheiben in den Türen ausgetauscht, da kaputt, sowie PVC-Boden aufgrund von Löchern / Flecken ausgetauscht und Weiteres.

Nach dem drei- bis viermonatigem Umzug in die frisch erneuerte Wohnung fing nach und nach die Schikane an.

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Zuerst wurde eine Mieterhöhung von 55€ angesagt, welche wir bezahlten. Kurz darauf nochmals 45€ mehr.
Angeblich wäre nicht von Anfang an klar gewesen, dass Mieter C mit einzieht, nun sollte er zusätzlich separat 180€ Miete zuzahlen. Kurz darauf verlangte die Vermieterin die Unterzeichnung eines neuen Mietvertrages, welcher nun neben fehlender Quadratmeter-Angabe auch alle drei Mieter enthielt. Der Mietvertrag enthielt einen neuen Mietpreis, welcher nun bereits 720€ Warmmiete vom bestehenden Mietvertrag abwich. Die Mieter weigerten sich zu unterschreiben.
Dies alles geschah binnen 8 Wochen.

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Im November kam die Tochter der Vermieterin aus Ägypten zurück, da das Visum abgelaufen war.
Drei Tage nach der Rückkehr besuchte Vermieterin und Tochter uns, dort war das Verhältnis zwischen den Mietern und Vermieterin angespannt, jedoch noch aushaltbar.
Zwei Tage nach dem Besuch der Tochter kam eine "ordentliche Kündigung" wegen angeblicher Nichtzahlung der Kaution, welche jedoch nicht im Mietvertrag steht. Der Mieterschutzbund hat ein nettes Schreiben aufgesetzt, dass die Kündigung unwirksam sei. Zudem sagten sie, dass die Mieter nur die erste Mieterhöhung zahlen sollten und bloß nicht den neuen Mietvertrag unterschreiben sollen.
Sieben Tage später war das nächste Schreiben im Briefkasten, welches aussagte, die Mieter sollen die Mietdifferenz binnen zwei Arbeitstagen zahlen, andernfalls würde eine Räumungsklage eingereicht werden.

Bisher kam kein Schreiben vom Gericht, Mieterschutzbund hat bisher nichts Weiteres unternommen.

Nun kommt die Schikane. Von heut' auf morgen meinte die Vermieterin wir dürfen die Restmüll-Tonne nicht mehr benutzen, welche wir von ihr zu Verfügung gestellt bekamen, und stellte die Tonne hinter das Gartentor und verschloss dieses.
Dann musste von heute auf morgen ab 22 Uhr die Haustüre abgeschlossen werden, wir halten uns dran - wenn wir nach 22 Uhr das Haus verlassen / betreten - jedoch ist diese meist noch offen, hält sich also selber so gut wie gar nicht daran.
Zudem durfte Anfangs der Freund der Tochter von Mieterin A nicht das Haus betreten, da dieser Afrikaner ist. Sie wolle "solche Leute" nicht im Haus haben.
Als die Vermieterin das Treppenhaus bis zur Etage unter uns gesäubert hatte, hat sie den Dreck auf der Treppe zu unserem Stockwerk "entsorgt".

Heute kam - wie immer ihr Ehemann, nicht die Vermieterin selbst - zu uns und meinte, wenn Mieter C nochmals das Haus betreten solle, würde sie ihn wegen Hausfriedensbruch anzeigen. Nach kurzer Nachfrage bei der Polizei wurde Mieterin A und Mieter C bestätigt, dass dies nicht möglich sei.
Das seltsame ist, als Mieter B von der Ausbildung zurück kam, waren Mieterin A und Mieter C noch bei der Polizei und einkaufen. Jedoch war die Wohnungstüre der Vermieterin einen Spalt breit offen, kein Licht zu sehen und das Auto des Mannes stand nicht vor der Tür. Mieter B kam auf den Verdacht, dass die Vermieterin nun was im Schilde führt.

Eine weitere Sache ist, dass die Vermieterin sehr wahrscheinlich Post der Mieter abgefangen hat. Mieter B hat seine Gehaltsabrechnung vom Monat September erst am 14. Oktober erhalten, obwohl diese normalerweise bis spätestens zum 28. September ankommen müsste. Das seltsame am Brief war, dass der Briefverschluss gewellt und an den Seiten nicht richtig geschlossen war. Zudem war das Deckblatt der Gehaltsabrechnung HINTER der Abrechnung, nicht wie üblich - und der Sinn eines DECKblattes - VOR der Gehaltsabrechnung.

Zudem haben die Mieter, bis zum Zeitpunkt der Postfach-Beschaffung, wenig Post erhalten.

Die Mieter könnten mehrere Anzeigen gegen die Vermieterin vornehmen, jedoch würde dies nicht das Problem selbst lösen.

Was für Rechte haben die Mieter / die Vermieterin in solchen Fällen?

Mit freundlichem Gruß
Hr. X

-- Editiert Hr. X am 09.01.2015 21:01

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
kathi2008
Status:
Student
(2701 Beiträge, 858x hilfreich)

Mietrechtlich gesehen kann der Mieter kündigen und der Vermieter (Zweifamilienhaus?) vermutlich auch. Auf Dauer wird das sicher kein glückliches Mietverhältnis.
Vielleicht sollte man aber erstmal versuchen den familieninternen Streitereien auf den Grund zu gehen.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(49812 Beiträge, 23388x hilfreich)

quote:
Zuerst wurde eine Mieterhöhung von 55€ angesagt, welche wir bezahlten. Kurz darauf nochmals 45€ mehr.

Warum eigentlich? Erfüllte die Mieterhöhung alle gesetzlichen Kriterien?



Ansonsten:
- wurde "Mieter" B überhaupt ordnungsgemäß bei der Vermieterin angemeldet als Mitbewohner? Liest sich mal nicht so.
- Hausverbot geht zwar, ist aber extrem schwer durchzusetzen. "Ich habe PEGIDA" ist derzeit noch keiner
- Anzeigen wegen Hausfriedenbruch geht ganz problemlos, da irrt der Polizist. Nur wird dabei nichts herauskommen, da der Schilderung nach die Tstbestände nicht erfüllt hat
- Anzeigen bringen nichts außer mehr Ärger, denn man hat ja nur Vermutungen und keine Beweise





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB."

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#3
 Von 
Hr. X
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 4x hilfreich)

Erst einmal Danke für die Antworten.

@kathi2008:
Es sind keine familieninternen Streitereien. Die (durch den Mieterschutzbund als unwirksam erklärte) Kündigung kam "zufällig" zwei Tage nach dem Besuch der Tochter bei uns. Sie hat die Wohnung vorher bewohnt. Wir schließen daraus, dass eigentlich Eigenbedarf der Antrieb ist und die Kündigung wegen Nichtzahlung nur ein vorgeschobener Kündigungsgründ ist.
Schließlich zahlen wir keine Kaution, die nicht vereinbart wurde.

Das Haus besteht aus 3 Wohnungen, ganz unten die Vermieterin, 1. Etage eine ältere Dame und oben wir.


@Harry van Sell:
Die Mieterhöhungen wurden nicht einmal schriftlich eingereicht, sondern nur mündlich angekündigt. Wir hatten folgende Schriftstücke von ihr mit der Zeit erhalten (in chronologischer Reihenfolge)
1. Mahnung wegen Nichtzahlung der Kaution (Keine im Mietvertrag angegeben)
Hier war noch alles entspannt, war ja ein Versuch wert

2. Ordentliche Kündigung wegen Nichtzahlung der Kaution
Hier hat sich der Mieterschutzbund eingeklinkt

3. Mahnung wegen Zahlung von zuwenig Miete und Androhung von Räumungsklage
Wir haben den Mietbetrag überwiesen, welcher uns der Mieterschutzbund aufgetragen hat.

Mieter B wurde von Anfang an bei der Vermieterin mit angegeben. Problem ist, dass er die Vermieterin nicht wirklich leiden kann (aufgrund ihrer Persönlichkeit) und sie somit auch versucht ihn aus ihrem Haus zu scheuchen.

Drei Anzeigen könnten wir beweisen, jedoch wollen wir eigentlich nur in Ruhe dort wohnen bis wir etwas Neues gefunden haben. Gespräche mit der Vermieterin zu suchen wären erfolglos, da sie stets auf ihr Recht als Eigentümerin beruhen würde, dass Rechte auch Pflichten mit sich bringen interessiert sie nicht.

Wir haben mehr als drei Monate (fast täglich!) damit verbracht die Wohnung auf Vordermann zu bringen, dabei sind nicht nur kleinere Schönheitsreparaturen gemeint, sondern wie bereits erwähnt auch bspw. die Unterbauten für die Dachschrägenfenster, da diese undicht waren. Alles auf eigene Kosten. Das einzige was die Vermieterin gezahlt hatte, war ein Container, um die Wohnung räumen zu können, wobei auch wir dies getan haben, während sie gemütlich in der Küche saß.

Das Angebot dort zu wohnen kam Seitens der Vermieterin. Mieter C (meine Wenigkeit) war von Anfang an gegen den Einzug in das Haus, da ich bereits geahnt hatte, dass es Stress geben würde. Jedoch waren wir seit längerem auf Wohnungssuche, da meine Mutter (Mieterin A) sich hatte scheiden lassen und die alte Wohnung zu teuer war.

Was auch nennenswert wäre:
1. Wir haben mehr als 9 Wochen gewartet und kein Namensschild am Briefkasten gehabt. Mit einem Permanent-Marker haben wir uns selber beholfen, kann man schließlich mit Spiritus entfernen wenn wir ausziehen.
2. Kurz vor dem Einzug wurde eine neue Klingelanlage in den Wohnungen installiert. Seit jeher kann man aus keiner Wohnung heraus die Türe via Knopfdruck öffnen. Jedes mal muss man runter laufen um die Haustüre zu öffnen.

ACHTUNG! VERMUTUNG!!
3. Wir gehen davon aus, dass Hauptantrieb am Stress die Töchter sind. Die eine Tochter ist eine, welche immer die Hand aufhält. Und je mehr Geld die Mutter hat, desto mehr kann sie ja abdrücken. Tochter 2 möchte scheinbar die auf Vordermann gebrachte Wohnung erneut beziehen.

Es ist alles etwas kompliziert, weswegen ich auch solch Romane schreiben muss.




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#4
 Von 
kathi2008
Status:
Student
(2701 Beiträge, 858x hilfreich)

quote:
Es sind keine familieninternen Streitereien.

Natürlich sind das Familieninterna, denn Mieterin und Vermieterin sind Geschwister! Probleme innerhalb einer Familie sollte man anders lösen.

quote:
1. Wir haben mehr als 9 Wochen gewartet und kein Namensschild am Briefkasten gehabt. Mit einem Permanent-Marker haben wir uns selber beholfen, kann man schließlich mit Spiritus entfernen wenn wir ausziehen.

Ohne zu wissen, wie der Briefkasten aussieht, lässt sich da schlecht was zu sagen. Die Beschriftung mit Permanent-Marker ist aber sicher keine Lösung.

quote:
2. Kurz vor dem Einzug wurde eine neue Klingelanlage in den Wohnungen installiert. Seit jeher kann man aus keiner Wohnung heraus die Türe via Knopfdruck öffnen. Jedes mal muss man runter laufen um die Haustüre zu öffnen.

Seit jeher? Dann ist es auch kein Mangel.


Hier kann man nur zu einem Mediator raten.

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#5
 Von 
Hr. X
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 4x hilfreich)

Hallo Kathi2008,

Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Mietervertrages war eine andere Klingelanlage installiert, welche einwandfrei funktionierte. Während des Umzuges wurde diese ausgetauscht.

Heute wurde vom Ehemann der Vermieterin (wohnt in einer Mietwohnung in einer anderen Stadt) ein handschriftlicher Brief an den Freund meiner Mutter übergeben, dass er ab sofort aufgrund von "persönlicher Bedrohung" Hausverbot habe. Jedoch hat er seit dem Besuch der Tochter, welcher Rund neun Wochen zurückliegt, kein Wort mit der Vermieterin oder dem Ehemann gewechselt.
Donnerstag Nacht, als Mieter B von der Montage nach Hause kam, hat die Vermieterin ihre Wohnungstür abgeschlossen, wieder aufgeschlossen und sich erschrocken weil er gerade die Tür reinkam.
Daraufhin sagte sie aus dem Himmel gegriffen, dass er Hausverbot habe und wenn er nicht das Haus verlässt sie die Polizei einschaltet.
Und nun soll es persönliche Bedrohung sein?




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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(49812 Beiträge, 23388x hilfreich)

quote:
Seit jeher kann man aus keiner Wohnung heraus die Türe via Knopfdruck öffnen.

quote:
Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Mietervertrages war eine andere Klingelanlage installiert, welche einwandfrei funktionierte.

Für eine Variante sollte man sich schon mal entscheiden, falls man hilfreiche Kommentare will.



quote:
ein handschriftlicher Brief an den Freund meiner Mutter übergeben, dass er ab sofort aufgrund von "persönlicher Bedrohung" Hausverbot habe.

Da gibt es 3 Varianten:
1. sich dran halten
2. ignorieren
3. Abmahnung/Unterlassungsklage/negative Feststellungsklage





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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