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Schichtführer ist unkontrolliert

7.1.2017 Thema abonnieren
 Von 
fb457103-14
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Schichtführer ist unkontrolliert

Ich arbeite in einer grossen Firma und bin dort stellvertretender Schichtführer in meinem Team. Mein großes Problem ist der Schichtführer. Er reagiert extrem unkontrolliert ist seiner Art und Weise.
Es geht schon manchmal schon vorm Schichtanfang los wenn wir alle um einen Tisch sitzen. Da dreht er in seinen Äußerungen und seiner Wortwahl echt durch. Er würde bestimmte Leute abschlachten, die Kehle durchschneiden und an die Wand stellen. Das spricht er tatsächlich so aus und wir versuchen das ignorieren.
Während der Schicht, wenn es mal nicht so läuft, fängt er an zu brüllen, wirft unter Umständen mit seinem Helm oder seinen Handschuhen. Er brüllt dann in dem Moment die Leute an und ist ungehalten. 15min später redet er wieder ganz normal mit einem.
Ich selber nehme mir sowas immer besonders zu Herzen da ich unter Depressionen leide.
Das Problem ist unter den Chefs bekannt und es wird jedes Jahr auch von mir beim Personal -und Qualifizierungsgespräch angesprochen.
Bis zum Betriebsrat ist es noch nicht gelangt obwohl es schon seit Jahren so ist.
Habe ich rechtlich irgendeine Handhabe dagegen endlich was zu unternehmen? Zählt sowas schon unter Mobbing auch wenn man nicht unbedingt selbst angesprochen ist?
Es beeinflusst aber das Klima schon extrem und man traut sich an solchen Tagen kaum was zu machen mit der Angst es könnte verkehrt sein.

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(49812 Beiträge, 23389x hilfreich)

Zitat (von fb457103-14):
Habe ich rechtlich irgendeine Handhabe dagegen endlich was zu unternehmen?

Klar.
Zum Beispiel das
Zitat (von fb457103-14):
Bis zum Betriebsrat ist es noch nicht gelangt

mal ändern.


Es wäre auch günstig, wenn das nicht nur Du alleine machst, sondern möglichst viele Betroffene.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB .
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#2
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15667 Beiträge, 6088x hilfreich)

WESHALB lassen Sie und Ihre Kollegen sich das gefallen????? :???:
Wenn einer meiner Kollegen oder Vorgesetzten damit drohen würde, irgendjemandem den Hals durchzuschneiden:
Der würde entlassen werden.
Und nein, ich kann nicht zaubern, aber ich lasse mir unzumutbares Verhalten nicht gefallen.

Wie harry hier ja schon dezent anmerkt: Tun Sie sich mit Ihren Kollegen zusammen. Das wirkt.

Und was Sie vielleicht nicht wissen. Der BR ist die Arbeitnehmervertretung. Den sollte man natürlich, zumindest wenn Sie und Ihre Kollegen auch solche MA gewählt haben, Ihre Interessen vertreten und Ihnen helfen. Das ist der Job.

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#3
 Von 
fb457103-14
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich stehe vermutlich alleine da. Die anderen 4 Kollegen haben "Angst" das es eskaliert wenn es bei den Chefs und BR mal richtig zur Sprache kommt.

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#4
 Von 
blaubär+
Status:
Junior-Partner
(5505 Beiträge, 2136x hilfreich)

Du hast m.E. vor allem das Problem, dass du Stellvertreter bist.
Den BR kannst du gleichwohl einweihen, der ist zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Das Allerwichtigste ist aber, penibel Buch zu führen über diese Entgleisungen: wann, wem gegenüber, wer dabei, Vorgeschichte ...
Ein "Spaziergang" wird das in keinem Falle, doch gilt auch hier: Steter Tropfen höhlt den Stein.

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#5
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6471 Beiträge, 3247x hilfreich)

Zitat (von fb457103-14):
Zählt sowas schon unter Mobbing auch wenn man nicht unbedingt selbst angesprochen ist?

Mal abgesehen davon, dass Mobbing sozusagen ein "Modewort" aber kein Rechtsbegriff und schon gar keine Anspruchsgrundlage ist, würde man für Ansprüche, die landläufig immer als Mobbing bezeichnet werden, das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von AN untereinander oder durch Vorgesetzte benötigen. Die rechtliche Besonderheit der als Mobbing bezeichneten tatsächlichen Erscheinungen liegt darin, dass nicht eine einzelne abgrenzbare Handlung, sondern die Zusammenfassung mehrerer Einzelakte in einem Prozess zu einer Verletzung des Persönlichkeitsrechts oder der Gesundheit des betroffenen AN führen kann, wobei die einzelnen Teilakte jeweils für sich betrachtet rechtlich „neutral" sein können. Wesensmerkmal der als „Mobbing" bezeichneten Form der Rechtsverletzung des AN ist damit die systematische, sich aus vielen einzelnen Handlungen/Verhaltensweisen zusammensetzende Verletzung arbeitsrechtlicher Pflichten oder eines Rechts oder Rechtsguts iSd §§ 823 ff BGB.

Beachtet man dies, dann kann der TS unter dem Gesichtspunkt "Mobbing" selbst rechtlich nichts gegen den Schichtführer machen, wenn er selbst einräumt nicht angesprochen zu sein. Zudem sieht die Handlungsweise des Schichtführers nicht gerade nach einem System aus, um anzufeinden, zu schikanieren oder zu diskriminieren. Es scheint hier um einen Choleriker zu gehen, der zudem nicht weiß, wann Schluss ist und wo Grenzen überschritten werden. Das geht nicht und wenn es sich um konkrete Bedrohungen im strafrechtlich relevanten Bereich handelt, kann sogar der jeweils betroffenen AN gegen den Schichtleiter selbst vorgehen. Der AG wird, notfalls nach einer Abmahnung und keiner Besserung des Verhaltens, wohl auch eine Kündigung darauf stützen können. Aber Mobbing ist es meines Erachtens nicht.

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