Scharfe Kritik an Haftbedingungen für Asylbewerber in Griechenland
AFP VOM 21.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1079 Aufrufe Mehr zum Thema:Haftbedingungen, Griechenland
Straßburger Gerichtshof gibt afghanischem Asylbewerber recht
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Haft- und Lebensbedingungen in Griechenland scharf kritisiert. Ein afghanischer Asylbewerber, den Belgien 2009 nach Griechenland überstellte, hätte nicht dorthin zurückgeschickt werden dürften, urteilten die Straßburger Richter am Freitag. Deutschland hatte am Mittwoch beschlossen, für ein Jahr keine Asylbewerber mehr nach Griechenland abzuschieben. Das Land, über das viele Flüchtlinge nach Europa kommen, kann den Ansturm kaum noch bewältigen. Der Kläger am Straßburger Gerichtshof war Anfang 2008 über Griechenland in die EU eingereist. Ein Jahr später stellte er in Belgien einen Asylantrag.
Da jedoch das Ersteinreiseland für solche Anträge zuständig ist, leitete das belgische Ausländeramt das Ersuchen an die griechischen Behörden weiter. Der Mann wurde nach Griechenland überstellt und dort nach eigenen Angaben von Polizisten geschlagen.
Die Straßburger Richter kritisierten die Haft- und Lebensbedingungen für Asylbewerber in Griechenland als "unmenschlich und erniedrigend". Außerdem habe das dortige Asylverfahren Mängel, die den belgischen Behörden bekannt gewesen sein mussten. Beide Länder müssen dem Kläger zusammen mehr als 25.000 Euro Schadenersatz zahlen.
21.01.2011 - 14:31 Uhr


