Schadenersatz aus der Beziehung Arzt/Patient

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Medizinrecht, Arztrecht Rubrik, Schadenersatz, Krankenhaushaftung, Behandlungsvertrag

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Voraussetzung: Zurechenbare und schuldhaft fehlerhafte Behandlung

Voraussetzung jedes Arzthaftungsprozesses ist eine zurechenbare und schuldhaft fehlerhafte Behandlung. Dies gilt sowohl für eine Haftung aus Vertrag, sowie für eine Haftung aus unerlaubter Handlung.

  1. Fehlerhafte Behandlung

    Eine fehlerhafte Behandlung kann sich bei einem Arzt z.B. daraus ergeben, dass eine fehlerhafte oder gar keine Aufklärung über die Folgen der Behandlung vorliegt.

    Ebenfalls ist ein Fehler anzunehmen, wenn eine falsche Diagnose, eine fehlerhafte Therapie oder eine fehlerhafte Beratung über die nötigen Heilmaßnahmen vorliegt. Hierbei ist nicht ausschlaggebend, dass ein Erfolg oder Misserfolg einritt. Der Arzt haftet dann, wenn er die Regeln der ärztlichen Kunst vernachlässigt. Dies kann durch unsorgfältiges Handeln der Fall sein oder auch durch pflichtwidriges Unterlassen nötiger Untersuchungen oder Heilmaßnahmen.

    Beispiele:

    • Narkotisierung des Patienten, ohne vorherige Untersuchung.
    • Ferndiagnose, obwohl der Patient so schwer krank ist, dass er nicht in die Sprechstunde kommen kann.
    • Keine Warnung vor einer Versteifung des Sprunggelenkes, die durch eine Operation gebannt werden kann.
    • Keine Warnung vor einer Infektion, wenn das Krankenhaus frühzeitig verlassen wird.
    • Unterlassen weiterer Untersuchungen nach einer Operation, wenn der Patient über anhaltende Schmerzen klagt.
    • Das Verwenden unsauberer Untersuchungsmaterialien oder das mehrmalige Verwenden von Einwegspritzen.
    • Nichtaufklären, dass nach einer Sterilisation zunächst noch die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht.

  2. Zurechenbarkeit

    Ebenfalls muss die fehlerhafte Behandlung dem Arzt zugerechnet werden können bzw. der vom Arzt gemachte Fehler muss für den entstandenen Schaden ausschlaggebend sein. Mehr zur Schadenszurechnung finden Sie hier.

  3. Schuldhaft

    Der Fehler des Arztes muss schuldhaft gewesen sein. Dazu ist erforderlich, dass dieser vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat. Mehr zum Verschulden finden Sie hier.

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    Seiten in diesem Artikel:
    Seite  1:  Schadenersatz aus Vertrag - Was ist zu beachten
    Seite  2:  Schadenersatz aus unerlaubter Handlung
    Seite  3:  Voraussetzung: Zurechenbare und schuldhaft fehlerhafte Behandlung
    Seite  4:  Die Einwilligung
    Seite  5:  Beweislast
    Seite  6:  Fehlschlag einer Sterilisation
    Seite  7:  Krankenhaushaftung für Behandlungsfehler
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