Schadenersatz aus der Beziehung Arzt/Patient

Mehr zum Thema:

Medizinrecht, Arztrecht Rubrik, Schadenersatz, Krankenhaushaftung, Behandlungsvertrag

0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

Schadenersatz aus unerlaubter Handlung

Neben dem Anspruch aus dem zugrundeliegenden Behandlungsvertrag besteht regelmäßig noch einer aus unerlaubter Handlung. Hierbei ist die zentrale Haftungsnorm § 823 BGB. Bei einer Haftung aus unerlaubter Handlung ist es nicht notwendig, dass zuvor eine Beziehung zu dem Schädiger bestand. Es ist somit völlig unerheblich, ob die Parteien durch einen Vertrag aneinander gebunden sind.

Voraussetzung ist, dass ein von dieser Norm geschütztes Rechtsgut verletzt ist, was immer bei einer Gesundheits- oder Körperverletzung gegeben ist.

Grundsätzlich gilt für den medizinischen Bereich, dass ein ärztlicher Heileingriff durch Operation, Bestrahlung oder Injektion immer eine Körperverletzung- oder Gesundheitsbeschädigung darstellt. Um eine generelle Haftung des Arztes auszuschließen, muss der Patient einwilligen. Erst diese lässt eine Haftung entfallen. Somit stellt sich bei Arzthaftungsprozessen oftmals die Frage, ob auch eine wirksame Einwilligung vorliegt. Mehr zu der erforderlichen Einwilligung finden Sie hier.

Beispiel:

Der Arzt verabreicht eine Cortison-Spritze in ein Gelenk, das entzündet ist, ohne über die Risiken einer Versteifung durch die Spritze aufzuklären. Der Patient verstirbt allerdings aufgrund einer Blutvergiftung, die aus der Entzündung resultierte. Über das Risiko des Todes durch die Entzündung war nicht aufzuklären, da dies mit der Spritze nicht in Zusammenhang stand. Die fehlerhafte erste Einwilligung in das Verabreichen der Spritze führt nun aber dazu, dass auch der Tod des Patienten einen Aufklärungsfehler darstellt. Der BGH begründet dies damit, dass es sich um einen Aufklärungsfehler auch dann handelt, wenn sich das Risiko in einem anderen Risiko fortsetzt. Über die Möglichkeit der Versteifung durch die Spritze wurde nicht aufgeklärt. Dieser erste Aufklärungsfehler über eine mögliche Versteifung setzt sich fort, so dass auch der Tod des Patienten einen Aufklärungsfehler darstellt, obwohl dieser durch die Blutvergiftung entstanden ist.

Der Anspruch aus unerlaubter Haftung verjährt allerdings schon nach drei Jahren. Gleichzeitig besteht für Ärzte die Möglichkeit, sich für Fehler der Angestellten leichter zu entlasten, so dass sie nicht haftbar gemacht werden können.

1234
Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Schadenersatz aus Vertrag - Was ist zu beachten
Seite  2:  Schadenersatz aus unerlaubter Handlung
Seite  3:  Voraussetzung: Zurechenbare und schuldhaft fehlerhafte Behandlung
Seite  4:  Die Einwilligung
Seite  5:  Beweislast
Seite  6:  Fehlschlag einer Sterilisation
Seite  7:  Krankenhaushaftung für Behandlungsfehler
Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Haftpflicht, Schadensersatz Schadenersatz - Der § 823 BGB
Haftpflicht, Schadensersatz Haftungsformen
Vertragsrecht Rechtsvernichtende Gestaltungsrechte
Medizinrecht, Arztrecht Schadenersatz Arzt gegen Patient wegen Nichteinhaltung eines Termins
Medizinrecht, Arztrecht Rechte und Pflichten zwischen Arzt und Patient