Schadenersatz-Prozess von El Masri in Mazedonien begonnen
AFP VOM 4.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1215 Aufrufe Mehr zum Thema:el Masri
Deutsch-Libanese wurde 2003 in Balkanstaat von CIA entführt
In Mazedonien hat am Freitag ein Prozess um den Fall des Ende 2003 vom US-Geheimdienst CIA entführten Deutsch-Libanesen Khaled el Masri begonnen. El Masri hat die Regierung des Landes auf 50.000 Euro Schmerzensgeld verklagt, beim Prozessauftakt in der Hauptstadt Skopje ließ er sich von seinen Anwälten vertreten. El Masri war nach seiner Schilderung an Silvester 2003 während einer Reise nach Mazedonien als Terrorverdächtiger aus dem Reisebus geholt und von CIA-Agenten verhört worden. Später wurde er nach Afghanistan geflogen, wo er fünf Monate ohne Anklage festgehalten wurde.
El Masri gibt an, gefoltert worden zu sein. Die ersten drei Wochen seiner Verschleppung soll er in Skopje festgehalten worden sein. Um ein Anrecht auf Schadenersatz geltend machen zu können, müssen seine Anwälte vor Gericht nachweisen, dass die CIA in Mazedonien geheime Gefängnisse unterhielt. Die Regierung in Skopje hat dies stets bestritten.
El Masris Fall schlug seinerzeit in Deutschland hohe politische Wellen und beschäftigte unter anderem einen Untersuchungsausschuss des Bundestages. Anfang 2007 erließ die Münchner Staatsanwaltschaft sogar Haftbefehle gegen 13 CIA-Agenten, die an der Entführung beteiligt gewesen sein sollen. Doch das Geschehen wurde bisher nicht vollständig aufgeklärt. El Masris Bemühungen um eine Entschädigung in den USA scheiterten 2007 vor dem Obersten Gericht des Landes.
04.02.2011 - 14:31 Uhr


