Schadenersatz Arzt gegen Patient wegen Nichteinhaltung eines Termins

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Versäumnis eines Termins für eine Impfung

Beispiel:

Sie vereinbaren mit Ihrem Hausarzt einen Termin für eine Impfung. Da Sie jedoch unter panischer Angst vor Injektionsnadeln leiden und an dem Tag etwas besseres vorhaben, gehen Sie einfach nicht hin. Ihr Arzt ist von Ihrem Verhalten enttäuscht und ärgert sich derart darüber, dass er Schadenersatz für den Ausfall der erwarteten Vergütung für die Spritze haben will. Das Sprechstundenzimmer war allerdings voll und der Arzt konnte den Behandlungsraum und die eingerechnete Zeit, in der Sie die Spritze erhalten sollten, für andere Patienten nutzen.

Sie sind nicht schadenersatzpflichtig

Der Arzt kann keinerlei Forderungen gegen Sie geltend machen. Er konnte hier die Zeit, die für die Injektion eingeplant war, für andere Patienten nutzen, es entstand also kein Leerlauf in der Praxis. Ebenfalls wird als Schadenersatz nicht die erwartete Vergütung für die Heilbehandlung geschuldet, sondern lediglich der hypothetische Wert einer Praxisstunde. Da aber der Zeitraum für die Injektion in aller Regel nur sehr kurz bemessen ist und der Arzt die freie Zeit mit der Versorgung anderer Patienten ausgleichen konnte, kommt hier kein Schadeneratzanspruch in Betracht. Sie müssen Ihr Fernbleiben auch nicht mit plausiblen Gründen belegen, um nicht in Regress genommen zu werden.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Die Nichteinhaltung eines Arzttermins
Seite  2:  Schadenersatz für eine ´hypothetische Praxisstunde´
Seite  3:  Versäumnis eines Termins für eine Impfung
Seite  4:  Versäumnis eines umfangreichen OP-Termins
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