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Sauerland-Prozess: Angeklagte geloben Abkehr von Terrorismus - 1/1
AFP vom 23.02.2010   |   953 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - Vor Gericht

Sauerland-Prozess: Angeklagte geloben Abkehr von Terrorismus

Schlussworte vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf

Kurz vor dem Urteil im Prozess gegen die vier Sauerland-Terroristen haben die angeklagten deutschen Konvertiten Fritz G. und Daniel Sch. ihre Abkehr vom Terrorismus bekräftigt. G. versicherte vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, er werde sich künftig "in keinster Weise" mehr an terroristischen Aktivitäten beteiligen. Sch. sagte in seinem Schlusswort: "Ich hätte anders handeln können und müssen."

Die vier angeklagten Islamisten im Alter zwischen 24 und 31 Jahren hatten vor Gericht gestanden, im Auftrag der Terrorgruppe Islamische Dschihad-Union (IJU) Autobombenanschläge auf US-Bürger und US-Einrichtungen in Deutschland vorbereitet zu haben. Das Urteil soll kommende Woche Donnerstag verkündet werden.

Auch der Deutsch-Türke Atilla S. bezeichnet es in seinem letzten Wort vor dem Strafsenat als "Fehler", bei den Anschlagsplänen der Sauerland-Gruppe mitgewirkt zu haben. Dieses Fehlverhalten "tut mir leid", fügte er hinzu. Der 24-jährige S. soll die Zünder für die Sprengsätze beschafft haben. Der vierte Angeklagte Adem Y. verzichtete hingegen auf ein Schlusswort. Der 31-jährige Türke hatte die Attentatsvorbereitungen allerdings zuvor in dem Verfahren wie seine Mitangeklagten zugegeben.




Trotz ihrer umfassenden Geständnisse während der zehnmonatigen Hauptverhandlung müssen die Angeklagten mit teils langjährigen Haftstrafen rechnen. Die Bundesanwaltschaft beantragte Freiheitsstrafen zwischen 13 und fünfeinhalb Jahren. Die Verteidiger forderten dagegen deutlich niedrigere Strafen, unter anderem wegen der Geständnisse der Angeklagten.

G. bekräftigte am letzten Prozesstag vor dem Urteil, er werde nicht zu einer Terrororganisation zurückkehren. Kurz vor dem Schlusswort von G. in dem Düsseldorfer Prozess war dessen Ehefrau Medienberichten zufolge am vergangenen Wochenende mit zwei weiteren Verdächtigen unter dem Verdacht festgenommen worden, die IJU mit Geld unterstützt zu haben.

Der aus dem Saarland stammende Sch. versicherte vor Gericht, er übernehme die Verantwortung für sein Handeln und werde die Strafe des Gerichts akzeptieren. Der 24-Jährige bezeichnete es als sein festes Ziel, das Gefängnis nach Verbüßung der erwarteten Strafe mit einem abgeschlossenen Studium zu verlassen.

Die Bundeswaltschaft legt Sch. als einzigem der Angeklagten einen Mordversuch zur Last: Er soll bei der Festnahme der Gruppe am 4. September 2007 im sauerländischen Medebach-Oberschlehdorn einem Polizisten die Dienstwaffe entrissen und daraus einen Schuss abgefeuert haben.

23. Februar 2010 - 14.27 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010



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