Sarkozy löst mit Kritik nach Frauenmord Zorn von Richtern aus
AFP VOM 4.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1321 Aufrufe Mehr zum Thema:Mörder der 18-Jährigen war Wiederholungstäter
Nach dem Mord an einer 18-Jährigen hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy Richter und Polizisten gegen sich aufgebracht, weil er deren Umgang mit Wiederholungstätern kritisierte. Die führende Richtergewerkschaft USM rief zu einem landesweiten Streik der Anhörungen in den Gerichten auf. Der Ausstand solle bis zum für kommenden Donnerstag geplanten Protesttag andauern, sagte der USM-Vorsitzende Nicolas Léger am Freitag in Nantes. Er stellte sich hinter die Richter der westfranzösischen Stadt, auf die Sarkozys Kritik vor allem abzielte.
Auch zwei Polizeigewerkschaften wiesen die Vorwürfe des konservativen Staatschefs energisch zurück. Sie warfen Sarkozy vor, nach "Sündenböcken" zu suchen und den aufsehenerregenden Mordfall für seine eigenen politischen Ziele auszuschlachten. Die zerstückelte Leiche der 18-jährigen Laetitia war am Dienstag in einem See nahe Nantes gefunden worden. Der mutmaßliche Täter ist ein 31-Jähriger, der unter anderem wegen Sexualdelikten 15 Mal vorbestraft ist. Er war vor einem Jahr auf Bewährung aus dem Gefängnis gekommen. Sarkozy sprach von einer "schweren Funktionsstörung" der Justiz und kündigte Konsequenzen an.
Der Fall hat in Frankreich eine Debatte über den Umgang mit Wiederholungstätern ausgelöst. Innenminister Brice Hortefeux und Justizminister Michel Mercier sagten, der mutmaßliche Mörder Laetitias sei nach seiner Freilassung "mangelhaft" beaufsichtigt worden. Dafür werde es "Strafen" geben. Die Richtergewerkschaft wirft der Regierung vor, der Justiz nicht genügend Mittel für eine effiziente Betreuung solcher Täter zur Verfügung zu stellen.
04.02.2011 - 16:31 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


