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SPD: Forschung an menschlichen Stammzellen ausbauen - 1/1
AFP vom 21.11.2001   |   3390 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - Gesetzgebung

SPD: Forschung an menschlichen Stammzellen ausbauen

- Klare Regeln für Gentests auf Parteitag verlangt

Die SPD will die Forschung an menschlichen Stammzellen ausbauen, um auf dieser Grundlage Therapien gegen bislang unheilbare Krankheiten zu entwickeln. "Die SPD unterstützt die Politik der Bundesregierung zur Stärkung der biomedizinischen Forschung in Deutschland", heißt es in einem auf dem Bundesparteitag in Nürnberg angenommenen Antrag des Parteivorstandes. Gezielte Eingriffe in menschliche Erbanlagen, die Erzeugung von Embryonen zu Forschungszwecken und reproduktives oder therapeutisches Klonen sollen aber verboten bleiben. Für die Anwendung von Gentests sollen strenge Regeln gelten.

Mit Blick auf die kontroverse Diskussion besonders um die Stammzellenforschung heißt es in dem Beschluss, es solle "weltweit nach Maßstäben für einen verantwortlichen Umgang mit den Perspektiven der Biomedizin und nach einem angemessenen Verhältnis zwischen der Förderung der biomedizinischen Forschung einerseits und gebotenen Grenzziehungen zum Schutz der Menschenwürde andererseits gesucht werden". Die Frage, ob die Gewinnung embryonaler Stammzellen aus überzähligen menschlichen Embryonen zulässig sein soll, wird ebenso offen gelassen wie die Frage nach der gleichfalls aus ethischen Gründen umstrittenen Präimplantationsdiagnostik. Auf die Risiken der Genforschung wies in der Debatte unter anderem Justizministerin Herta Däubler-Gmelin hin.

Der Parteitag forderte zudem Bundesregierung und SPD-Fraktion auf, noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz zum Schutz genetischer Daten zu verabschieden. Generell soll gelten, dass Gentests zur Feststellung von Krankheiten oder Krankheitsrisiken freiwillig sein müssen. "Das Recht auf Nichtwissen muss gesichert werden", heißt es in dem Beschluss. Auf keinen Fall dürften Gentests für den Abschluss einer Kranken- oder Lebensversicherung oder auch eines Arbeitsvertrages verlangt werden.

© AFP Agence France-Presse GmbH 2001


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