Russischer Präsidentenberater drängt zu Freispruch Chodorkowskis
AFP VOM 27.12.2010 | Nachrichten - Allgemein | 842 Aufrufe Mehr zum Thema:Chodorkowski
Jurgens: Freispruch dient auch den Interessen des Landes
Ein Berater des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew hat vor der Urteilsverkündung im Prozess gegen den früheren Ölunternehmer Michail Chodorkowski zu einem Freispruch aufgerufen. Ein Freispruch wäre nicht nur fair, sondern auch im Interesse Russlands, sagte der Leiter des Instituts für Gegenwärtige Entwicklung, Igor Jurgens, der Zeitung "Kommersant" vom Montag.
"Solch ein Urteil würde die Wirtschaft, den Westen im weitesten Sinne des Wortes und Investoren in Russland zufrieden stellen", sagte Jurgens, der als wichtiger Unterstützer von Medwedews Modernisierungsprogramm gilt. Zudem wirkte ein Freispruch dem Eindruck entgegen, dass echter Wandel in Russland unmöglich sei, sagte der Leiter des vom Präsidenten nach seiner Wahl 2008 gegründeten Denkfabrik.
Am Montag sollte das Urteil im zweiten Prozess gegen Chodorkowski verkündet werden. Dem früheren Chef des inzwischen zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos wird vorgeworfen, 218 Millionen Tonnen Öl abgezweigt und illegal weiterverkauft zu haben. In einem ersten Prozess war er wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Chodorkowski und zahlreiche Beobachter sehen den Prozess als politisch motiviert.
27.12.2010 - 08:31 Uhr


