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Russische Presse sieht Gasprom hinter Baikalfinansgroup

AFP VOM 19.12.2004 | Nachrichten - International | 10052 Aufrufe
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Menatep, Yukos

- Tarnfirma zum Schutz von juristischen Konsequenzen

Die russische Presse hat am Montag weiter über die Hintergründe der Zwangsversteigerung einer wichtigen Yukos-Tochter spekuliert. Der staatlich kontrollierte Gasprom-Konzern habe sich mit der bislang völlig unbekannten Baikalfinansgroup "eines Dritten bedient, um Yuganskneftegas zu kaufen", titelte die Tageszeitung "Iswestija". Damit schütze sich der Gasriese vor der US-Justiz, die vergangene Woche wegen des in Texas laufenden Yukos-Konkursverfahrens einen Aufschub der Versteigerung verfügt hatte. Die russische "Gaseta" kommentierte, auch der Zorn der Yukos-Aktionäre, deren Konzern nun zerschlagen sei, solle auf eine fremde Tarnfirma gelenkt werden.

Gasprom habe lange nach einem Weg gesucht, Yuganskneftegas zu kaufen und möglichen juristischen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen, schrieb die Zeitung "Wremija Nowostej". Die Baikal-Finanzgruppe sei erst am vergangenen Mittwoch angemeldet worden, berichtete das Blatt. Die bislang unbekannte Firma hatte bei der Auktion am Sonntag in Moskau überraschend für umgerechnet 7,03 Milliarden Euro den Zuschlag für gut drei Viertel der wichtigsten Yukos-Tochter erhalten. Spekulationen über Verbindungen zu Gasprom wies ein Sprecher des Gaskonzerns zurück.

Der Yukos-Mehrheitsaktionär Menatep hielt einen Bankrott des Ölkonzerns nach dem Beginn der Zerschlagung für unausweichlich. Mit dem Erlös aus der Auktion wollten die Moskauer Behörden einen Teil der milliardenschweren Steuerschuld von Yukos eintreiben.

20. Dezember 2004 - 09.49 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2004


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