Russen wegen Attacke auf nicht-slawisch aussehende Gruppe verurteilt
AFP VOM 26.1.2010 | Nachrichten - International | 745 Aufrufe Mehr zum Thema:Menschenrechtler: Angreifer hatten rassistische Motive
Ein russisches Gericht hat zwei Männer wegen eines tödlichen Angriffs auf eine nicht-slawisch aussehende Jugendgruppe in Moskau zu Haftstrafen verurteilt. Menschenrechtler kritisierten, dass die Geschworenen die Männer am Dienstag allerdings vom Vorwurf freisprachen, aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt zu haben. Nach Justizangaben hatten die beiden 23 Jahre alten betrunkenen Täter die Gruppe in der Nacht auf den 1. Februar 2009 in einer Unterführung angegriffen und dabei rassistische Parolen gerufen. Eines der Opfer, ein Georgier, sei später an den Folgen von Stichwunden gestorben.
Einer der Täter muss den Angaben zufolge wegen Mordes für neun Jahre ins Gefängnis, der andere Angreifer wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Rassismus-Vorwurf sei fallengelassen worden, weil die Männer nicht einer bekannten ultra-nationalistischen Gruppe angehörten, sagte Galina Koschewnikowa von der Menschenrechtsorganisation Sowa. Die Entscheidung zeige, dass in Russland ein Missverständnis darüber vorliege, was Rassismus sei. Einer Anfang Dezember veröffentlichten Umfrage des unabhängigen Instituts Levada zufolge unterstützen 54 Prozent der Russen den nationalistischen Spruch "Russland den Russen".
26. Januar 2010 - 18.45 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


