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Runder Tisch zu Kindesmissbrauch zieht positive Zwischenbilanz

Runder Tisch zu Kindesmissbrauch zieht positive Zwischenbilanz

AFP VOM 1.12.2010 | Nachrichten - Allgemein | 981 Aufrufe
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Missbrauch, Kinder

"Verschweigen, Vertuschen und Verdrängen hat ein Ende"

Eine positive Zwischenbilanz haben die drei Ministerinnen gezogen, die seit April am sogenannten Runden Tisch zu Kindesmissbrauch Maßnahmen für einen verbesserten Kinder- und Jugendschutz erarbeiten. "Verschweigen, Vertuschen und Verdrängen hat ein Ende", erklärten Familienministerin Kristina Schröder (CDU), Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) nach der dritten Sitzung des Gremiums am Mittwoch in Berlin.

Die Ministerinnen verwiesen auf Gesetzesänderungen wie die geplante Verlängerung der Verjährungsfrist von Schadensersatzansprüchen von Missbrauchsopfern von drei auf 30 Jahre oder die Einführung von Standards in Einrichtungen, die mit Kindern arbeiten, als Teile einer "nachhaltigen Strategie zum Schutz gegen sexuellen Missbrauch".

Leutheusser-Schnarrenberger kündigte an, Anfang nächsten Jahres Leitlinien vorzulegen, die ermöglichen sollen, Strafverfolgungsbehörden bei tatsächlichen Anhaltspunkten für sexuellen Missbrauch frühzeitig einzuschalten. Diese sollen im Rahmen einer Selbstverpflichtung von betroffenen Institutionen angewandt werden. "Ziel der Leitlinien ist es, die Vertuschung von sexueller Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche aus Eigeninteresse der Institutionen zu verhindern", erklärte Leutheusser-Schnarrenberger.

Öffentliche Träger in der Kinder- und Jugendhilfe sollen in Zukunft verpflichtet werden, fachliche Standards zum Kinderschutz zu entwickeln, anzuwenden und regelmäßig zu überprüfen. Schröder kündigte an, dies im Bundeskinderschutzgesetz aufzugreifen. Wo das Gesetz nicht greife, sollten die Standards über Förderrichtlinien und Selbstverpflichtungen verbindlich gemacht werden. Außerdem solle ein erweitertes Führungszeugnis verankert werden.

Einrichtungen sollen einen Anspruch auf fachliche Begleitung und Beratung im Einzelfall erhalten. "Damit stellen wir sicher, dass immer dann, wenn ein konkreter Verdachtsfall auftritt, qualifizierte Beratung und schnelle Hilfe möglich ist", erklärte Schröder.

Der Runde Tisch wird sich im kommenden Jahr weiter treffen und Ende 2011 seinen Abschlussbericht vorlegen. Einfließen werden darin sowohl die Ergebnisse der Arbeitsgruppen als auch die Empfehlungen von Christine Bergmann, der Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs. Diese hatte in der vergangenen Woche ebenfalls eine Zwischenbilanz vorgelegt.

Die mecklenburg-vorpommerische Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) forderte nach Angaben einer Sprecherin am Mittwoch in Schwerin zum Abschluss einer Jugend- und Familienministerkonferenz, die Stelle der Missbrauchsbeauftragten zu einer permanenten Einrichtung zu machen. Zurzeit ist geplant, dass Bergmann im April 2011 ihren Abschlussbericht vorlegt.

01.12.2010 - 16:31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010

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