Ruander in Finnland kommt wegen Völkermordes vor Gericht
AFP VOM 1.6.2009 | Nachrichten - International | 774 Aufrufe Mehr zum Thema:Völkermord, Ruanda
58-Jähriger lebt seit sechs Jahren in Finnland
Finnland macht einem Ruander wegen des Völkermordes von 1994 in dem ostafrikanischen Land den Prozess. Die finnische Staatsanwaltschaft erklärte, die Ermittlungen hätten ergeben, dass der 58-Jährige im April und Mai 1994 in der ruandischen Ortschaft Nyakizu "Völkermordverbrechen" an den Tutsi begangen habe. Er müsse sich wegen Genozids oder Mordes in 15 Fällen verantworten. Bei einer Verurteilung droht dem Mann, der alle Vorwürfe zurückweist, lebenslange Haft. Es ist der erste Prozess wegen Völkermordes in Finnland. Ein Termin für den Prozessbeginn steht noch aus.
Die finnischen Behörden schweigen darüber, wer der Beschuldigte ist. Nach Angaben ruandischer Behörden handelt es sich um Baptistenprediger François Bazaramba. Der Beschuldigte lebt seit sechs Jahren in Finnland. Im April 2007 wurde er unter dem Verdacht festgenommen, das Massaker in Nyakizu geplant, geleitet und an den Tötungen teilgenommen zu haben. Seither steht er unter Dauerarrest. Eine Auslieferung an Ruanda lehnte Finnland im Februar ab.
1. Juni 2009 - 10.34 Uhr
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