Riskanter Seitensprung – kein Unterhalt!

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Wie aus einem am 4. März 2009 bekannt gewordenen Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Zweibrücken hervorgeht, riskiert ein untreuer Ehegatte seinen Unterhaltsanspruch. Die Affäre einer Ehefrau hatte dieser nach der späteren Trennung den Unterhalt gekostet. Das OLG befand, die Ehefrau habe die Ehe durch den Seitensprung zum Scheitern gebracht. Sie habe damit die eheliche Solidarität verletzt. Daher sei die Zahlung von Unterhalt für den betrogenen Ehemann nicht zuzumuten. Die Ehefrau hatte ohne Wissen ihres Ehemannes während der Ehe eine intime Beziehung aufgenommen und lebt zwischenzeitlich mit dem neuen Partner zusammen. Ihrer auf Trennungsunterhalt gestützten Klage hatte das zuständige Familiengericht zunächst stattgegeben. Zu Unrecht, wie das OLG Zweibrücken befand. Es sei grob unbillig den Ehemann mit Unterhaltszahlungen zu belasten. Denn für das Scheitern der Ehe sei in erster Linie die Ehefrau verantwortlich. Anders läge es nur, wenn sie das intime Verhältnis erst begonnen hätte, nachdem sie sich von ihrem Ehemann abgewandt hatte.

Mangels anderer Anhaltspunkte ging das Gericht aber davon aus, dass zuvor eine intakte Ehe vorgelegen habe.

Ralf Mydlak
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Bereits in der Vergangenheit hatten Gerichte Unterhaltsansprüche gekürzt, wenn der Unterhaltsberechtigte außereheliche Beziehungen aufgenommen hatte.

So befand das OLG Frankfurt a.M. (Az. : 1 UF 181/00), dass ein mehrfach betrogener Ehemann den Unterhalt kürzen dürfe. In dem dieser Entscheidung zugrunde liegenden Fall arbeitete der Mann als Fernfahrer. In seiner Abwesenheit war seine Frau mit verschiedenen Männern intime Beziehungen eingegangen.

Außerdem ließ die Frau ihre minderjährige Tochter auch nachts allein und vernachlässigte diese dadurch. Für das OLG reichte dieses Verhalten aus, um den Unterhaltsanspruch zu kürzen. Die Frau verlor ihren Unterhaltsanspruch nur deshalb nicht völlig, weil das Fehlverhalten der Frau nach Auffassung der Richter „nur“ einige Monate gedauert habe.

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