Richter lehnt Haftbefehl für Bremer Saft-Vergifter ab
AFP VOM 30.7.2012 | Nachrichten - Allgemein | 846 Aufrufe Mehr zum Thema:Mordversuch, Saft-vergifter
Ermittler werfen 56-Jährigem versuchten Mord vor
Im Fall der Vergiftung eines Saftbeutels in Bremen hat ein Amtsrichter den von den Ermittlern beantragten Haftbefehl gegen den tatverdächtigen 56-Jährigen abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft prüfe die Entscheidung vom Freitag derzeit und werde dann entscheiden, ob sie Rechtsmittel einlege, sagte ein Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft. Angaben zu den Gründen der richterlichen Entscheidung machte er nicht. Nach Polizeiangaben hatte der 56-Jährige gestanden, für die Vergiftung verantwortlich zu sein. Seine Ehefrau und er selbst waren nach dem Trinken des Safts erkrankt.
Die Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft werfen dem Mann versuchten Mord vor. Ihren Angaben zufolge hatte er ausgesagt, mehrere kleine Saftbeutel der bekannten Marke "Capri Sonne" im Haushalt von sich und seiner Frau mit einer gesundheitsgefährdenden Substanz präpariert zu haben.
Der Fall hatte großes Aufsehen erregt, weil zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass ein Lebensmittelvergifter wahllos agierte. Inzwischen gehen die Behörden aber klar von einem Einzelfall aus. Sowohl der 56-Jährige als auch seine zwei Jahre jüngere Frau erkrankten vor rund drei Wochen an dem Saft und kamen in ein Krankenhaus. Während der Mann die Klinik schon nach einer Woche verlassen konnte, wurde seine Frau zwischenzeitlich sogar in ein künstliches Koma versetzt. Sie wird weiter im Krankenhaus behandelt.
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