Reines Wohngebiet: keine Ponys u.a. erlaubt

Mehr zum Thema:

Mietrecht, Pachtrecht Rubrik, Wohngebiet, Tierhaltung

0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

In reinen Wohngebieten ist es unzulässig, Ponys, Ziegen und Gänse zu halten. Der zuständige Landkreis kann die Tierhaltung untersagen. So entschied das Verwaltungsgericht Lüneburg mit Beschluss vom 21.04.2009.

Die Tierhalterin besitzt ein Grundstück von ca. 1.700 m2. Dieses Grundstück liegt in einem reinen Wohngebiet (durch Bebauungsplan festgelegt). Die Tierhalterin hielt auf ihrem Grundstück drei Ziegen, vier Gänse und zwei kleine Ponys. Der Halterin wurde durch den Landkreis untersagt, diese Tiere dort zu halten, obwohl die beiden kleinen Ponys bereits seit neun Jahren auf diesem Grundstück gehalten wurden.

Da die Tierhalterin die Forderung des Landkreises für überzogen und rechtswidrig hielt, wandte sie sich an das Verwaltungsgericht. Dieses bestätigte das Tierhaltungsverbot in einem Verfahren auf vorläufigen Rechtsschutz.

Das Verwaltungsgericht führte in seiner Begründung an, dass in einem reinen Wohngebiet nur eine Kleintierhaltung zulässig sei, wenn sie nicht über den üblichen Umfang hinausgehe. Diese Tierhaltung überschreite jedoch das Maß des Üblichen. Schon allein eine Pferdehaltung in einem reinen Wohngebiet sei unüblich. Auch Ziegenhaltung sei nicht zulässig, da diese einen bestimmten Geruch verursachen würden. Außerdem ziehe der Mist Fliegen an. Gänsehaltung sei ebenfalls unzulässig, da Gänse laute Geräusche von sich geben und die Ruhe stören können. Dies auch in der Nacht.

Die Forderung des Landkreises sei auch nicht rechtswidrig, weil die Tiere zum Teil schon seit mehreren Jahren auf dem Grundstück leben. Zeitablauf schaffe keinen rechtmäßigen Zustand und führe auch nicht zu einer Verwirkung von Befugnissen u. a.

Weiterhin komme hinzu, dass die Grundstückseigentümerin bereits vor zehn Monaten darauf hingewiesen worden sei, dass die Tierhaltung nicht zulässig sie. Sie habe demnach genügend Zeit gehabt, ihre Tiere anderweitig unterzubringen.

Verwaltungsgericht Lüneburg, Beschluss vom 21.04.2009

Aktenzeichen 2 B 37/09

Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Mietrecht, Pachtrecht Betriebskosten
Mietrecht, Pachtrecht Wohnwertverbesserung durch Mieter: keine Grundlage für Mieterhöhung