Rechte der Bahnreisenden bei Streik

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Verspätung, Entschädigung … - das sollten Betroffene des Bahnstreiks wissen

Kann ich mein Ticket zurückgeben?

Fahrgäste, die wegen Streiks ihre Fahrt nicht antreten können, Verspätungen erleben oder Anschlüsse verpassen, können sich Fahrkarte und Reservierung kostenlos erstatten lassen - bei der Deutschen Bahn in einem DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen. Auch Fahrten, die mit Privatbahnen zurückgelegt wurden, können dort abgegeben werden, denn DB und Privatbahnen nutzen ein gemeinsames Fahrgastrechteformular. Die sonst übliche Bearbeitungsgebühr entfällt.

Kann ich einfach in einen anderen Zug wechseln?

Bahnreisende können bei Streiks alternativ auch den nächsten Zug nutzen, auch wenn dieser höherwertig ist als gebucht. Das heißt, ein Umsteigen von der Regionalbahn in einen Intercity ist bei einem Streik auch mit einem Sparticket problemlos möglich. Ausgenommen von der Regelung sind laut der Deutschen Bahn Tickets mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Länder-Tickets). Außerdem darf nicht auf reservierungspflichtige Züge (u.a. Nachtzüge) umgestiegen werden.

Felix Westpfahl
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Für Zeitkarten gelten nach Auskunft der Bahn die tariflichen Umtausch- und Erstattungsbedingungen. Bei Verbundfahrkarten treten die Regelungen der jeweiligen Verkehrsverbünde in Kraft.

Zahlt die Bahn auch bei Verspätung?

Ja, denn der Grund für die Verspätung ist nicht relevant. Früher konnte sich die Bahn bei Streiks noch auf höhere Gewalt berufen, das hat sich seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs im September 2013 geändert. Bahnreisenden steht ab einer Stunde Verspätung eine Erstattung von 25 Prozent des Fahrpreises zu, 50 Prozent ab zwei Stunden. Fahrgastrechte können direkt bei der Bahn eingefordert werden. Auch ein Online-Formular steht zur Verfügung.

Entschädigt die Deutsche Bahn Pendler mit Zeitkarten?

Ja, aber erst bei Verspätungen von einer Stunde und nicht besonders üppig. So erhalten Inhaber einer Zeitkarte im Nahverkehr in der zweiten Klasse eine Pauschalentschädigung von 1,50 Euro. Weil die Bahn aber erst ab einer Bagatellgrenze von vier Euro zahlt, müssen Nahverkehrspendler also mindestens drei Verspätungen von mindestens einer Stunde erlebt haben, um Anspruch auf eine Entschädigung anmelden zu können. Im Fernverkehr liegt die Entschädigung bei fünf Euro. Grundsätzlich werden bei Zeitkarten maximal 25 Prozent des Fahrkartenwertes erstattet.

Wo kann ich eine Entschädigung beantragen?

Um eine Entschädigung zu beantragen, müssen Reisende ein Beschwerdeformular ausfüllen und beim Zugpersonal bzw. an einem Schalter der Bahn abgeben. Das Formular gibt es bei den DB Servicestellen oder im Internet. Entschädigungen muss die Bahn als Gutschein, per Überweisung oder auf Wunsch auch in bar auszahlen.

Reisende, die eine Zeitkarte besitzen, nicht das Original der Fahrkarte einreichen wollen oder keinen Nachweis über die Verspätung haben, müssen sich schriftlich an das Service-Center Fahrgastrechte wenden:
Servicecenter Fahrgastrechte
60647 Frankfurt am Main
Deutschland

Die Bahn muss Beschwerden von Fahrgästen nach spätestens zwei Monaten bearbeitet haben.

Was tun bei Streitfällen?

In Streitfällen vermittelt die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP).

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