Rauchen macht schlank

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Meinung Rubrik, WTC

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Raucher sind heutzutage alles andere als eine zu bemitleidende Spezies. Rauchen macht ja bekanntlich schlank, man hat mehr Pausen im Büro, bekommt tierisch viel Schadenersatz von besoffenen amerikanischen Geschworenen zugesprochen, das Gesundheitswesen würde ohne Raucher nicht funktionieren, und, zu guter letzt: Raucher finanzieren den Kampf gegen den Terrorismus. Na, wenn das keine knallharten Argumente sind!

"Entweder seid ihr auf unserer Seite, oder ihr seid Terroristen", so oder ähnlich formulierte George "Double-Ya" Bush eine seiner didaktisch glanzvollen Ansprachen zum Krieg gegen den Terror. Für den gemeinen deutschen Nichtraucher heißt das: Durch eine erhöhte Tabaksteuer werden die Anti-Terror-Gesetze finanziert, wer nicht raucht, der finanziert nicht mit, untergräbt die innere Sicherheit und hat seine Nase ganz tief im Allerwertesten von Mr. Laden, da wo auch das grellste Bunkerlicht nicht hin kommt. Nichtraucher sind klassische Terroristen.

Und tarnen können diese nichtrauchenden Gotteskrieger sich, besser als ein Schläfer an einer deutschen Uni. Immer gesund, immer vital, nie haben die Husten und wahrscheinlich zahlen sie ihre wenigen Arztrechnungen auch noch bar. Schön inkognito, immer auf dem Sprung, nur nicht auffallen. Widerliches Pack. Und wenn die Raucher im Büro mal raus gehen, um sich einen Lungentorpedo reinzupfeifen, mokeln die Nichtraucher mit Photoshop am Computer an neuen Bin Laden Werbeplakaten rum. Oder sie sitzen zu Hause in konspirativen Kreisen, trinken Yoga Tee und tanzen sich in Extase. Wie schäbig.

Rauchen hingegen, rauchen macht schlank. Pro Schachtel Sargnägel wird die Antiterrorallianz dicker und die Terrorzelle schlanker, das ist die uneingeschränkte Solidarität, wie sie unser Kanzler in jedem zweiten Satz fordert. Noch haben unsere amerikanischen Freunde zwar keine Forderungen gestellt, aber wir rauchen trotzdem, für den Kampf gegen den Terror. Und wenn der Bush das von uns verlangt, dann rauchen wir auch noch mehr. Über Einzelheiten wird aber erst geredet, wenn es so weit ist. Das ist doch selbstverständlich, wollen wir doch dem Taliban keine Hinweise geben. Die Marke muss der schon selbst rausbekommen. Kann er dann ja mal versuchen, wie er mit seinen Flugzeugen da die Steuerzeichen von den Packungen weg bekommt.

Erhöhung der Tabaksteuer zur Finanzierung von Schilys Polizeistaat, ein besseres Alibi zur Rechtfertigung der Lungenteerung braucht kein Mensch. Und wenn der Taliban erstmal weg ist, nehmen wir uns seiner Opiumfelder an. Was wir dann mit denen finanzieren, wird sich zeigen. Und wie man unseren Rudolpf "Ich plaudere Geheimnisse aus" Scharping kennt, werden wir rechtzeitig davon erfahren.

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