Rau würdigt Limbach als "beste Öffentlichkeitsarbeiterin"
AFP VOM 29.4.2002 | Nachrichten - Aktuelles | 10725 Aufrufe Mehr zum Thema:Papier, Bundesverfassungsgericht, Präsident
- Festakt zum Führungswechsel im Bundesverfassungsgericht
In einem Festakt zum Führungswechsel im Bundesverfassungsgericht (BVG) haben Bundespräsident Johannes Rau (SPD), Bundeskanzler Gehrad Schröder (SPD) und Vertreter von Bundestag und Bundesrat die Verdienste der ehemaligen BVG-Präsidentin Jutta Limbach (SPD) gewürdigt. Rau sagte am Dienstag in Karlsruhe, Limbach sei die "beste Öffentlichkeitsarbeiterin" gewesen, die das Gericht sich wünschen konnte. Limbach habe umstrittene Urteile zu den Rechten Andersdenkender und Andersgläubiger den Bürgern nahe gebracht und erläutert. Schröder sagte zu Limbach in einer sehr persönlichen Ansprache: "Sie sind für die meisten eine wunderbare Frau."
Neben der juristischen Arbeit Limbachs am Gericht würdigten Rau und Schröder ebenso wie die Vize-Präsidentin des Bundestages, Anke Fuchs (SPD), das Engagement Limbachs für die berufliche und soziale Gleichstellung der Frauen. Limbach sei gemeinsam mit ihrem Mann "ein gelebtes Vorbild" dafür, wie die tradierte Rollenverteilung zwischen Ehepartnern auch anders gestaltet werden kann, sagte Rau. Schröder sagte zum frauenpolitischem Engagement der ehemaligen BVG-Präsidentin, Limbach, sie sei "ein Vorbild, das wir dringend brauchen".
Limbachs Nachfolger, dem Vorsitzenden des Ersten Senats Hans-Jürgen Papier (CSU), wünschte Rau eine glückliche Hand bei der Aufgabe, das Gericht nach außen darzustellen.
Neuer Vizepräsident ist nun der Vorsitzende des Zweiten Senates, Winfried Hassemer. Vor seiner Wahl an das Gericht hatte sich Hassemer laut Rau als Strafrechtsprofessor und hessischer Datenschutzbeauftragter einen "hervorragenden Ruf" erworben. Hassemers Senat ist zuständig für das NPD-Verbotsverfahren, das derzeit auf Eis liegt.
Rau und Papier begrüßten zudem die neue Richterin Gertrude Lübbe-Wolff. Sie tritt an die Stelle Limbachs als Richterin im Zweiten Senat. Die 1953 geborene Expertin für Umweltrecht war von 1988 bis 1992 Leiterin des Umweltamtes der Stadt Bielefeld. Seit 1992 lehrt Lübbe-Wolff am Institut für Umweltrecht der Universität Bielefeld. Sie ist zudem Geschäftsführende Direktorin des Zentrums für interdisziplinäre Forschung und Mitglied des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen.
30. April 2002 - 13.25 Uhr
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Seiten in diesem Artikel: Seite 1: Hans-Jürgen Papier: Vom Bäckerssohn zum BVG-PräsidentSeite 2: Rau würdigt Limbach als ´beste Öffentlichkeitsarbeiterin´Seite 3: BVG-Präsidenten a.D.: Die Laufbahn danach


