Rapidshare schließt am 31. März seinen Betrieb

Mehr zum Thema:

Urheberrecht Rubrik, Filehoster, Rapidshare, Geschäftsaufgabe

5 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
1

Rapidshare, einer der größten, über Jahre beliebtesten und ersten Filehoster im deutschsprachigen Raum, stellt seinen Betrieb ein. Das 2004 gegründete Unternehmen schrieb kürzlich auf seiner Internetseite:

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die RapidShare AG per 31. März 2015 den aktiven Dienst einstellen wird. Bis zum 28. Februar 2015 können Standard Plus und Premium noch verlängert werden.“

Carsten Herrle
seit 2010 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht
Harmsstr. 86
24114 Kiel
Tel: 04313053719
Tel: 04313053717
Web: www.ra-herrle.de
E-Mail:
Urheberrecht, Markenrecht, Wettbewerbsrecht, Internetrecht

Sodann werden Kunden aufgefordert, ihre Daten zu sichern, da sie ab dem 31. März keinen Zugang mehr zu der Plattform hätten. Weiter heißt es: „Alle Konten werden automatisch gelöscht.“

Als Filehoster bot Rapidshare für Kunden die Speicherung von Daten an, welche von anderen heruntergeladen werden konnten. Manche Leistungen waren kostenpflichtig.

Freier Fall

Das Unternehmen bezeichnete sich 2010 noch als weltweit größter Filehoster mit 160 Millionen gespeicherten Dateien. Das Geschäft lief gut, viele zahlten für das uneingeschränkte Herunterladen von Dateien. Damals soll die Rapidshare AG mit Sitz in der Schweiz etwa 60 Mitarbeiter beschäftigt haben.

Doch jahrelange juristische Auseinandersetzungen unter anderem mit der GEMA seit 2007 wegen (angeblicher) rechtswidriger Nutzung von Werken machte dem Rapidshare zu schaffen, zumal der AG auferlegt wurde, die illegale Nutzung von Werken zu kontrollieren. Wenngleich bald darauf das Providerprivileg festgestellt wurde, wonach illegale Inhalte erst nach Kenntnis ohne eine umfassende Prüfungspflicht gelöscht werden müssen, wurde der Hoster immer wieder mit dem Vorwurf, es würden illegale Inhalte auf der Website getauscht, konfrontiert. Zudem verpflichtete der BGH 2012 Rapidshare zur Filterung der Daten bei Hinweis auf die Existenz illegaler Inhalte.

Rapidshare führte im November 2012 sogenannte Trafficlimits ein und änderte das Geschäftsmodell hingehend zum Cloud-Speicherdienst. Allerdings verlor das Unternehmen kontinuierlich User. Die letzten Rettungsversuche 2013 und 2014 – die Entlassung von drei Vierteln der Mitarbeiter und die Herausnahme kostenfreier Angebote – halfen nichts mehr. Mittlerweile soll nur noch ein Mitarbeiter für Rapidshare tätig sein, der spätestens am 31. März ebenfalls seinen Hut nehmen wird.