Rädelsführer legt Geständnis in Sauerland-Prozess ab
AFP VOM 10.8.2009 | Nachrichten - Vor Gericht | 1000 Aufrufe Mehr zum Thema:Sauerland-Prozess, Terror
Fritz G.: Gruppe plante Anschläge in Deutschland
Der mutmaßliche Rädelsführer der sogenannten Sauerland-Zelle hat vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) eingeräumt, im Auftrag der Terrorgruppe "Islamische Dschihad-Union" (IJU) Anschläge in Deutschland geplant zu haben. Hauptziel der Sauerland-Gruppe sei es gewesen, US-Soldaten zu treffen. "Das war eine ganz klare Vorgabe", sagte der deutsche Konvertit bei seinem umfassenden Geständnis.
Geplant gewesen waren seiner Aussage zufolge Anschläge auf US-Einrichtungen wie Konsulate sowie auch auf die usbekische Botschaft, wo nach Angaben von G. lediglich Sachschaden entstehen sollte. Darüber hinaus seien die Anschläge als "allerletzte Warnung" an Deutschland gedacht gewesen, seine Truppen aus Afghanistan abzuziehen, sagte der Angeklagte.
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| Angeklagte im Sauerland-Prozess (DDP/AFP/Archiv) |
Den insgesamt vier Angeklagten im Terrorprozess wird vorgeworfen, Autobombenanschläge in Deutschland geplant zu haben. Die Terrorverdächtigen hatten Anfang Juni überraschend Geständnisse angekündigt und in den darauffolgenden Wochen bereits ausführliche Angaben zu den Anklagevorwürfen beim Bundeskriminalamt (BKA) gemacht.
Fritz G. schilderte vor dem Terrorismussenat, wie er im Januar 2005 auf einer Pilgerreise nach Mekka die mitangeklagten Atilla S. und Adem Y. kennenlernte. "Wir haben uns gut verstanden. Wir hatten die gleichen Ansichten zum Dschihad", sagte G. Bei einem späteren Treffen in Deutschland sei dann die Entscheidung gefallen, in den Heiligen Krieg zu ziehen.
G. berichtete zudem von einer Reise, die ihn und Y. 2006 in den Iran und von dort nach Pakistan führte. Der Student aus Ulm schilderte, er und Y. seien dort von einer islamistischen Gruppe ausgebildet worden unter anderem im Umgang mit Maschinengewehren, Sprengstoff und der Herstellung von Zündern. Bereits frühzeitig hätten Mitglieder der islamistischen Ausbildergruppe die Meinung vertreten, mit einem Anschlag gegen Amerikaner in Deutschland könne ein bedeutend größerer Schaden angerichtet werden als in Afghanistan oder im Irak.
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10. August 2009 - 16.39 Uhr
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