Putsch-Prozess gegen Briten in Äquatorialguinea beendet
AFP VOM 19.6.2008 | Nachrichten - Nachrichten | 2863 Aufrufe Mehr zum Thema:Putschversuch, Afrika, Söldner
Gericht in Malabo verkündet kein Urteil
Der Prozess gegen den Briten Simon Mann, der 2004 an einem Putschversuch in Äquatorialguinea federführend beteiligt gewesen sein soll, ist am Freitag ohne Urteilsspruch zu Ende gegangen. Staatschef Teodoro Obiang Nguema teilte das Ende des Verfahrens mit, ohne ein Datum für die Urteilsverkündung zu nennen. Mann hatte sich zuvor vor Gericht entschuldigt. Er sei froh, dass es nicht zu dem Staatsstreich gekommen sei, sagte er zum Abschluss des Prozesses in Malabo, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes.
Ursprünglich sollte das Urteil bereits nach drei Verhandlungstagen am Donnerstag verkündet werden. Mann hatte eingeräumt, an dem Putschversuch gegen Staatschef Nguema mitgewirkt zu haben. Er bestreitet allerdings, die Verschwörung angeführt zu haben. Dem Briten drohen 30 Jahre Haft.
Der Geschäftsmann war im März 2004 mit 61 mutmaßlichen Komplizen während eines Zwischenstopps auf dem Flughafen der simbabwischen Hauptstadt Harare festgenommen worden. Er habe dort Waffen besorgen und dann zusammen mit weiteren Kämpfern unter der Führung von Manns südafrikanischem Geschäftspartner Nick du Toit gegen den Staatschef von Äquatorialguinea putschen wollen, lautete der Vorwurf. In dem kleinen westafrikanischen Land waren gerade Ölquellen entdeckt worden, die bei ausländischen Firmen Interesse weckten. Mann wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt, musste jedoch nur vier Jahre absitzen und wurde im vergangenen Februar von Simbabwe an Äquatorialguinea ausgeliefert.
20. Juni 2008 - 21.52 Uhr
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