In der VW-Affäre um lustreisende Betriebsräte muss sich der ehemalige Personalvorstand Peter Hartz am Mittwoch vor Gericht verantworten. Er soll dem einstigen Betriebsratschef Klaus Volkert in zehn Jahren zwei Millionen Euro an Sonderboni für dessen Wohlwollen gezahlt und dessen brasilianischer Freundin 400.000 Euro ohne Gegenleistung zukommen lassen haben. Die Anklage lautet auf Begünstigung eines Betriebsrats in 23 Fällen und Untreue in 44 Fällen. Eine peinliche Episode hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig dem 65-Jährigen jedoch erspart: Eine Anklage wegen diverser Bordellbesuche und der Anmietung einer Wohnung für ungestörte Stunden hat die Justiz wegen vergleichsweise geringer Schadenshöhe fallen lassen.
Im Gegenzug, so die Absprache, hat Hartz ein weitgehendes Geständnis abgelegt und wird dies auch im Prozess wiederholen. Daher verzichtete das Gericht auf die Ladung von Zeugen und beraumte nur zwei Verhandlungstermine an. Spannend könnte der Prozess dennoch werden. Denn das Gericht wird die Frage zu klären haben, ob Hartz tatsächlich allein auf eigene Rechnung handelte, oder ob er sich Rückendeckung beim damaligen Vorstandsvorsitzenden Ferdinand Piëch oder dessen Nachfolger Bernd Pischetsrieder geholt hat.
VOLKSWAGEN
16. Januar 2007 - 14.35 Uhr
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