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Angeklagter in Missbrauchsprozess gibt Vaterschaft zu

Angeklagter in Missbrauchsprozess gibt Vaterschaft zu

AFP VOM 15.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1971 Aufrufe
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Missbrauch

Detlef S. bestreitet aber Missbrauchsvorwürfe

Im Missbrauchsprozess gegen einen 48-Jährigen aus dem Westerwald hat der Angeklagte eingeräumt, der Vater von sieben Kindern seiner Stieftochter zu sein. Detlef S. bestritt zugleich vor dem Landgericht Koblenz die gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfe. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, über Jahre hinweg seine leibliche Tochter sowie seine Stieftochter und seinen Stiefsohn sexuell missbraucht zu haben.

Verteidiger Thomas Düber erklärte am ersten Prozesstag im Namen seines Mandanten, dieser wolle klarstellen, dass er der Vater der sieben Kinder sei. Er bestreite aber die "gemachten Vorwürfe". Weitere Angaben machte der Anwalt nicht. Detlef S. soll mit der 27 Jahre alten Stieftochter insgesamt acht Kinder gezeugt haben, ein Kind verstarb kurz nach der Geburt. Die Frage der Vaterschaft ist aber nicht Bestandteil der Anklage. Auch nach einem vom Gericht verlesenen DNA-Gutachten ist praktisch erwiesen, dass der 48-Jährige Vater der Kinder ist.

Vor Gericht muss sich der Mann verantworten, weil er vor allem seine leibliche Tochter und seine Stieftochter jahrelang missbraucht haben soll. Insgesamt werden ihm 350 Sexualstraftaten im Zeitraum von 1987 bis 2010 zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Seine leibliche Tochter soll Detlef S. laut Anklage bereits kurz nach ihrem neunten Geburtstag erstmals im Intimbereich berührt haben. Im Alter von zwölf Jahren missbrauchte er sie demnach zum ersten Mal. Danach habe er er über Jahre mindestens einmal pro Woche mit ihr Geschlechts- oder Oralverkehr gehabt, sagte Staatsanwalt Thorsten Kahl.

Seine Tochter und seine Stieftochter soll er zudem anderen Männer gegen Bezahlung überlassen haben, die sie dann missbrauchten. Dafür soll er zunächst 40 Mark und später 30 bis 50 Euro verlangt haben. Laut Anklage schlug er seine Tochter sowie seine Stieftochter und seinen Stiefsohn auch mit einem Gürtel und einer Peitsche.

Die Stieftochter sagte am ersten Prozesstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Sie bekräftigte dabei die Vorwürfe des Missbrauchs, wie der Vorsitzende Richter Winfried Hetger im Anschluss sagte. Sie sagte demnach auch aus, dass es der Angeklagte nach ihrem Eindruck darauf angelegt habe, sie zu schwängern. Er habe ihr Verhütungsmittel und Rezepte dafür weggenommen. Die 27-Jährige äußerte laut Hetger auch den Verdacht, dass ihre im Jahr 2004 geborene Tochter von Detlef S. missbraucht worden sei.

Zu Prozessbeginn wurde auch ein erstes Ermittlungsverfahren aus dem Jahr 2002 bekannt. Laut den im Verfahren verlesenen Akten wurde dies eingestellt, weil die Tochter die Vorwürfe gegen ihren Vater bestritten und die Stieftochter sich nicht dazu geäußert habe.

15.02.2011 - 17:01 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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