Prozess um Tod eines Neugeborenen auf Bahnhofstoilette
AFP VOM 7.6.2005 | Nachrichten - Vor Gericht | 2289 Aufrufe Mehr zum Thema:Neugeborenes, Bahnhofstoilette, Toilette
- 26-jährige Mutter in Halle vor Gericht
Wegen des Todes ihrer neugeborenen Tochter auf einer Bahnhofstoilette muss sich seit Dienstag eine 26 Jahre alte Frau vor dem Landgericht Halle verantworten. Der Anklage zufolge hatte sie das Mädchen im vergangenen Dezember auf einer Toilette des Hauptbahnhofs der Stadt in Sachsen-Anhalt zur Welt gebracht. Bei der Geburt glitt das gesunde Neugeborene in das Toilettenbecken und ertrank. Die Ankläger werfen der Frau Totschlag durch Unterlassen vor.
Laut Anklage hatte die 26-Jährige die Lebenszeichen des Neugeborenen ignoriert. So habe das Baby einen Geburtsschrei ausgestoßen und im Toilettenbecken noch mit seinen Beinen gestrampelt. Dennoch habe die Angeklagte das Baby sterben lassen, die Bahnhofstoilette dann etwa eine Dreiviertelstunde nach der Geburt verlassen und die Leiche des Säuglings zurückgelassen. Die Staatsanwaltschaft hält es für möglich, dass die 26-Jährige psychisch krank und damit vermindert schuldfähig ist.
7. Juni 2005 - 16.35 Uhr
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