Prozess um Morde in Aussteiger-Kommune in Portugal
AFP VOM 8.12.2003 | Nachrichten - Nachrichten | 5236 Aufrufe Mehr zum Thema:Aussteiger, Kommune, Portugal, Mord
- Angeklagte sollen Opfer Gliedmaßen und Kopf abgeschlagen haben
Acht Jahre nach den brutalen Morden in einer Aussteiger-Kommune in Portugal hat der Prozess gegen die zwei mutmaßlichen Täter begonnen. Die beiden Männer im Alter von 32 und 33 Jahren, die sich vor dem Landgericht im thüringischen Meiningen verantworten müssen, hatten seit 1993 zusammen mit anderen Deutschen auf einem Bauernhof im Süden Portugals gelebt. Im März 1995 sollen sie Haschisch geraucht und beschlossen haben, einen aus Sachsen stammenden 31-jährigen Mitbewohner, der nicht mitrauchte, zu töten.
Die Männer sollen ihr Opfer zunächst mit einer Motorsäge am Kopf verletzt und ihm anschließend mit einer Axt Füße, Hände und den Kopf abgeschlagen haben.
Nach dem Mord löste sich die Bauernhof-Kommune auf und die Bewohner kehrten nach Deutschland zurück. Der 32-Jährige soll zwei Monate später zusammen mit der Freundin des Getöteten nach Portugal zurückgekehrt sein. Dort soll er sie gefesselt, ihr einen tödlichen Kakteen-Sud eingeflößt und sie anschließend in einem gemauerten Backofen vor dem Haus verbrannt haben.
Dem Angeklagen droht lebenslange Haft. Sein 33-jähriger Komplize beim ersten Mord soll wegen seiner Drogenabhängigkeit zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sein. Ihm droht die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.
8. Dezember 2003
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