Prozess gegen Williamson in Regensburg erst nächstes Jahr
AFP VOM 22.11.2010 | Nachrichten - Allgemein | 1051 Aufrufe Mehr zum Thema:Williamson
Holocaust-Leugner sucht sich Anwalt aus der rechten Szene
Der eigentlich Montag kommender Woche geplante Berufungsprozess um die Holocaust-Leugnung durch Bischof Richard Williamson in Regensburg ist auf das kommende Jahr vertagt worden. Grund sei, dass Williamson seinen Verteidiger gewechselt habe, sagte ein Sprecher des Landgerichts Regensburg am Montag. Er bestätigte einen Bericht des "Spiegel", dass sich der zur erzkonservativen Piusbruderschaft zählende Williamson inzwischen von Wolfram Nahrath vertreten lässt. Dieser zählt zur rechten Szene und ist einschlägig vorbestraft. Der Prozess soll nun im Februar oder März stattfinden.
Williamson war im April vom Amtsgericht Regensburg zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro verurteilt worden, weil er in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen die Existenz von Gaskammern zur Judenvernichtung durch die Nazis geleugnet hatte. Dies wurde in Bayern angeklagt, weil das Interview in einem Seminar der Piusbruderschaft nahe Regensburg aufgezeichnet wurde.
Inzwischen forderte die Piusbruderschaft Williamson auf, sich wieder von Nahrath zu trennen und sich einen anderen Verteidiger zu suchen. Falls er sich diesem Befehl verweigere, müsse er mit einem Ausschluss aus der Gemeinschaft rechnen, hieß es in einer Erklärung der Gemeinschaft.
Die Holocaust-Leugnung hatte Anfang vergangenen Jahres für weltweites Aufsehen gesorgt, weil zeitlich parallel mit Bekanntwerden des Interviews Papst Benedikt XVI. die Exkommunizierung von Williamson und weiteren Pius-Brüdern aufgehoben hatte.. Der Papst sagte inzwischen, er hätte die Exkommunikation nicht aufgehoben, wenn er gewusst hätte, dass Williamson die Existenz der Gaskammern der Nazis leugnet.
22.11.2010 - 15:31 Uhr


