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Prozess gegen Oppositionsführerin Suu Kyi in Birma

AFP VOM 18.5.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 789 Aufrufe
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Birma, Spionage

EU-Außenminister beraten über Sanktionen gegen Militärs

Hinter verschlossenen Türen hat in Birma der Prozess gegen die inhaftierte Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi begonnen. Nach einer fünfstündigen Anhörung in einem Gefängnis bei Rangun wurde die Verhandlung vertagt, wie ein Vertreter der birmanischen Militärregierung der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die EU-Außenminister berieten in Brüssel über eine Verschärfung der Sanktionen gegen das südostasiatische Land.

Vor Prozessbeginn riegelten Sicherheitskräfte das Insein-Gefängnis bei Rangun, wo die Friedensnobelpreisträgerin seit Donnerstag festgehalten wird, weiträumig ab. Sondereinheiten in Kampfanzügen errichteten nach Augenzeugenberichten Straßensperren und Barrikaden mit Stacheldraht, trotzdem versammelten sich in der Nähe einige Dutzend Anhänger Suu Kyis zu einer Solidaritätskundgebung. Ein junger Mann wurde festgenommen, wie ihre Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) mitteilte.

Die Militärjunta wirft Suu Kyi einen schweren Verstoß gegen ihren Hausarrest vor, weil sie dem US-Bürger John Yettaw Obdach gewährte, der durch einen See zu ihrem Haus geschwommen war. Nach Angaben ihres Anwalts Kyi Win wollte Suu Kyi vor Gericht auf unschuldig plädieren. Sie habe den US-Bürger lediglich aufgenommen, weil er an Krämpfen in den Beinen litt, sagte der Anwalt AFP. Bei einem Schuldspruch drohen der Friedensnobelpreisträgerin fünf Jahre Haft.

Vier europäische Botschafter wurden nach Angaben eines Diplomaten nicht in das Gefängnis gelassen, um den Prozess zu beobachten. Die Botschafter aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien kamen nur bis zu den Straßensperren und mussten unverrichteter Dinge wieder umkehren. Ein Fahrzeug der US-Botschaft wurde dagegen durchgelassen. Dem US-Bürger Yettaw sowie zwei Hausangestellten Suu Kyis sollte ebenfalls der Prozess gemacht werden.

Die Friedensnobelpreisträgerin saß insgesamt 13 der vergangenen 19 Jahre in Haft oder stand unter Hausarrest. Ihr derzeitiger Hausarrest wäre Ende Mai zu Ende gegangen. Würde sie erneut verurteilt, säße sie auch während der 2010 geplanten Wahlen hinter Gittern.

Die 27 Außenminister der EU wollten bei ihrem Treffen in Brüssel über eine Verschärfung der Sanktionen gegen die birmanische Militärjunta beraten. EU-Chefdiplomat Javier Solana sprach sich für eine Verschärfung der Sanktionen aus. Die Strafmaßnahmen beinhalten ein Waffenembargo und Einreiseverbote für mehrere Verantwortliche der Junta, deren Vermögen in Europa eingefroren ist.

18. Mai 2009 - 13.29 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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