Prozess gegen Mörder der neunjährigen Corinna begonnen
AFP VOM 12.3.2010 | Nachrichten - Vor Gericht | 1093 Aufrufe Mehr zum Thema:Corinna
39-Jähriger gestand Tat bei der Polizei
Vor dem Leipziger Landgericht hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der neunjährigen Corinna begonnen. Die Anklage wirft dem 39-jährigen Lutz Peter Sch. vor, das Mädchen aus dem sächsischen Eilenburg am 28. Juli vergangenen Jahres sexuell missbraucht und getötet zu haben. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen.
Die Anklage wirft dem 39-Jährigen Mord, sexuellen Missbrauch eines Kindes und versuchte Vergewaltigung vor. Lutz Peter Sch. habe das Mädchen unter einem Vorwand in einen ausrangierten Bauwagen auf seinem Gartengrundstück in Eilenburg gelockt, sagte Staatsanwalt Ulrich Jakob. Um das Mädchen in Sicherheit zu wiegen, schaltete er laut Anklage zunächst einen Zeichentrickfilm im Fernsehen ein, bevor er über die Neunjährige hergefallen sei und sie gewaltsam ausgezogen habe. Weil sie sich wehrte und schrie, habe er ihr den Mund zugehalten, sie auf den Brustkorb geschlagen und gewürgt. Als das Mädchen kein Lebenszeichen mehr von sich gab, habe er versucht, sie zu vergewaltigen.Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft tötete Lutz Peter Sch. sein Opfer, um seine Sexualstraftat zu verdecken. Noch am Abend des Tattages soll er die in eine Mülltüte versteckte Leiche in einen Nebenarm des Flusses Mulde geworfen haben, wo sie tags darauf gefunden wurde. Der Angeklagte wurde drei Tage nach der Tat aufgrund mehrerer Zeugenhinweise gefasst.
Zum Prozessbeginn wollte der Angeklagte zunächst keine Aussage machen. Sein Anwalt Stefan Costabel schloss nicht aus, dass sich sein Mandant zu einem späteren Zeitpunkt äußert. In der ersten Vernehmung durch die Polizei hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Sein Anwalt hatte allerdings die Verwertbarkeit des Geständnisses angezweifelt, weil sein Mandant bei seiner Festnahme betrunken war. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme soll der Angeklagte zwischen 2,5 und 2,8 Promille Alkohol im Blut gehabt haben.
Polizisten schilderten als Zeugen vor Gericht Details aus der Vernehmung. Übereinstimmend berichteten sie, Lutz Peter Sch. habe trotz seiner Alkoholisierung "keine Ausfallerscheinungen" gezeigt. Er habe sich zudem kooperativ gezeigt.
Ina Alexandra Tust, die als Anwältin der Nebenklage die Mutter des Opfers vertritt, sagte, ihre Mandantin hoffe, dass der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt wird.
12. März 2010 - 13.05 Uhr
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