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Prozess gegen 17-Jährige wegen Tötung eines Mannes vertagt

AFP VOM 18.3.2010 | Nachrichten - Vor Gericht | 621 Aufrufe
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Tötung

Anklage: Jugendliche traten grundlos auf Kopf von Opfer

Zwei Jugendliche müssen sich seit heute wegen einer mutmaßlich grundlos provozierten Prügelattacke mit tödlichem Ausgang vor einem Hamburger Gericht verantworten. Die zur Tatzeit 16- und 17-Jährigen sollen einen 44-Jährigen im Juni 2009 abends in einem Fußgängertunnel beim Bahnhof Harburg nur deshalb angesprochen und um 20 Cent gebeten haben, um einen Anlass zum Zuschlagen zu finden, wie es in der Anklageschrift heißt. Der Prozess wurde nach Verlesung der Anklage wegen eines Antrags der Verteidigung vertagt.

Der Ältere schlug nach diesen Angaben den angetrunkenen Dachdecker bei dem folgenden Streit zu Boden, woraufhin beide Jugendlichen mehrmals gegen den Kopf ihres Opfers traten und den Mann hilflos zurückließen. Er lag vier Wochen im Koma, bevor er an seinen Kopfverletzungen starb.

Die Staatsanwaltschaft stuft die brutale Tat, die vor der Jugendkammer des Landgerichts unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wird, als gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge sowie versuchten Totschlag ein. Im Fall einer Verurteilung droht den Angeklagten eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren.

Die Verteidigung habe prozessrechtliche Bedenken geäußert und wolle die rechtmäßige Besetzung des Gerichts prüfen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das Verfahren soll am Montag fortgesetzt werden. Der Anwalt des älteren Beschuldigten sagte nach dem Prozessauftakt, sein Mandant gebe zwar zu, den ersten Faustschlag ausgeteilt und damit den Sturz des 44-Jährigen verursacht zu haben. Der 17-Jährige habe den Mann aber nicht töten wollen.

Der 17-Jährige hatte ein gleichlautendes Geständnis schon früher in seiner Vernehmung beim Haftrichter abgelegt. Der andere Angeklagte schwieg nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang. Die Jugendlichen waren erst rund dreieinhalb Monate nach der Tat durch Videoaufzeichnungen aus Überwachungskameras identifiziert und festgenommen worden. Der Fall erregte wegen seiner Brutalität bundesweit Aufsehen.

18. März 2010 - 15.20 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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