Prozess gegen regierungskritische Demonstranten im Iran begonnen
AFP VOM 30.1.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 817 Aufrufe Mehr zum Thema:Proteste, Regierung, Iran
Fünf der 16 Angeklagten als "Feinde Gottes" beschuldigt
Gut vier Wochen nach den neuen regierungskritischen Protesten im Iran hat in Teheran der Prozess gegen 16 Demonstranten begonnen. Wie iranische Medien am Samstag berichteten, stufte die Anklage fünf der Festgenommenen, unter ihnen auch zwei Frauen, offiziell als "Feinde Gottes" ein, was im Iran mit dem Tode bestraft werden kann. Zwei von ihnen sollen laut der amtlichen Nachrichtenagentur Irna auch Verbindungen zur Exil-Oppositionsgruppe der Volksmudschahedin haben.
Den anderen Angeklagten, darunter ein Mitglied der im Iran verbotenen Religionsgemeinschaft der Bahai und ein Studentenführer, wird demnach unter anderem Propaganda gegen die islamische Führung und Anstiftung zu den Unruhen zur Last gelegt.
Bei den gewaltsamen Protesten gegen die Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad während des schiitischen Aschura-Festes Ende Dezember waren nach amtlichen Angaben mindestens acht Menschen getötet worden. Hunderte wurden festgenommen.
Es handelte sich um die größte Protestaktion im Iran seit den Protesten gegen die umstrittene Präsidentenwahl im vergangenen Sommer. Am Donnerstag waren erstmals seit Beginn der regierungskritischen Proteste zwei Oppositionsanhänger hingerichtet worden, die ebenfalls als "Feinde Gottes" verurteilt wurden.
30. Januar 2010 - 10.53 Uhr
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