Proteste der französischen Richter gegen Sarkozy weiten sich aus
AFP VOM 9.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 741 Aufrufe Mehr zum Thema:Sarkozy, Richter
Breite Mehrheit der 195 Gerichte im Bummelstreik
An Frankreichs Gerichten hat sich der Protest gegen den französischen Staatschef Nicolas Sarkozy ausgeweitet. Nach Angaben der führenden Richtergewerkschaft USM wurde an den meisten Gerichten des Landes am Mittwoch ein Bummelstreik befolgt. Demnach wickelten die Richter nur besonders dringende Fälle ab. Die meisen anberaumten Verhandlungen wurden vertagt. Ausgelöst wurden die Proteste durch Vorwürfe Sarkozys gegen die Justiz nach dem Mord an einem jungen Mädchen, der mutmaßlich von einem Wiederholungstäter begangen wurde.
Der USM zufolge hatten sich die Beschäftigten von 170 der 195 französischen Landgerichte und Berufungsgerichte bei Personalversammlungen für den Bummelstreik ausgesprochen. Die Gewerkschaft rief unterdessen dazu auf, die Aktion bis Montag fortzusetzen. Für Donnerstag haben die Gewerkschaften landesweit zu Protestkundgebungen aufgerufen.
Am Dienstag vergangener Woche war in einem See bei Nantes die zerstückelte Leiche der 18-jährigen Laetitia gefunden worden. Der mutmaßliche Täter ist ein 31-Jähriger, der unter anderem wegen Sexualdelikten 15 Mal vorbestraft ist. Er war vor einem Jahr auf Bewährung aus dem Gefängnis gekommen. Sarkozy sprach von einer "schweren Funktionsstörung" der Justiz und kündigte Konsequenzen an.
09.02.2011 - 15:31 Uhr
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