Private Lotto-Vermittler warnen vor Einbußen für Sport und Kultur
AFP VOM 17.10.2006 | Nachrichten - Gesetzgebung | 2998 Aufrufe Mehr zum Thema:Lotto-Vermittler, Lotto, Wetten, Sport-Wetten, Sport
Ministerpräsidenten beraten ab Donnerstag über Glücksspiel
Kurz vor Beginn der Beratungen der Ministerpräsidenten über die Zukunft des Lottos haben die privaten Vermittler vor millionenschweren Verlusten für Sport, Wohlfahrt und Kultur gewarnt. Eine Verdrängung der privaten Anbieter durch das staatliche Glücksspiel gefährde zehntausende Arbeitsplätze, erklärte der Deutsche Lottoverband am Dienstag in Berlin unter Berufung auf Zahlen des ifo-Instituts. Außerdem gingen Sportverbänden, Wohlfahrtsverbänden und Kultureinrichtungen bis zu einer Milliarde Euro jährlich aus den Lottoeinnahmen verloren. Die Bundesländer finanzieren mit den Einnahmen aus dem Lotto unter anderem diese Bereiche.
Die Ministerpräsidenten beraten ab Donnerstag in Bad Pyrmont über den Entwurf zum neuen Glücksspielstaatsvertrag. Er soll das Lottospiel im Internet sowie die Werbung im Fernsehen und per Post verbieten. Für private Lotto-Vermittler wie Tipp 24, Faber oder Fluxx, die sich im Deutschen Lottoverband zusammengeschlossen haben, könnte dies das Aus bedeuten.
Durch die geplanten Beschränkungen würden zudem wohltätige Projekte wie die "Aktion Mensch" und die ARD-Fernsehlotterie von den Bildschirmen verbannt, warnte der Lottoverband. Die Einschnitte, die der Spielsucht vorbeugen sollen, müssten sich auf Glücksspiele mit hohem Suchtpotenzial konzentrieren, anstatt auf das Lotto, hieß es. Das Bundesverfassungsgericht hatte im März das staatliche Wettmonopol zwar für grundsätzlich zulässig erklärt, aber mit starken Einschränkungen versehen. Dem Urteil zufolge muss der Staat dieses Monopol "konsequent am Ziel der Bekämpfung von Wettsucht ausrichten".
17. Oktober 2006 - 14.17 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2006



