Private Insolvenz und ihre Folgen
Hallo ich hoffe hier kann jemand etwas zu diesem Problem beitragen...
Mein Mann hat private Insolvenz beantragt und bekam letzte Woche eine Treuhänderin zugewiesen.
Soweit so gut...
Am Freitag wurde sein Girokonto von dieser Treuhänderin blockiert, d. h. keine weiter Zahlungen mehr möglich...
Wir bekommen weder Bargeld, noch sind irgendwelche Überweisungen ( Strom, Miete, Telefon, Versicherungen) möglich...
Darf das sein? Unser Einkommen liegt definitiv unterhalb der Pfändungsgrenze, Eidesstattliche Versicherung wurde schon länger abgegeben, mein Mann hat Netto ca 1100 € im Monat, hinzu kommen 308 € Kindergeld für unsere beiden Kinder,und ich habe einen Minijob und verdiene ca 300 € pro Monat.
Was können wir hier tun? Darf das Konto so einfach gesperrt werden und verwaltet diese Frau jetzt unser komplettes Einkommen? So ähnlich stand es auch in einem Brief vom Gericht, dass
Personen, die Verpflichtungen gegenüber dem Schuldner haben aufgefordert werden, nicht mehr an dem Schuldner, sondern an die Treuhänderin zu leisten. Heißt das jetzt, dass sein Lohn auch an diese Treuhänderin abgeliefert werden muss und jedesmal wenn eine Rechnung fällig ist oder wir etwas zum Nagen brauchen diese von nun an anflehen müssen? Das kanns doch wohl nicht sein. Sie will auch Name und Anschrift unseres Vermieters, des Arbeitgebers usw... Für was das denn? Was geht dem Arbeitgeber oder unserem Vermieter unsere finanzielle Misere an? Wo bleibt da die Rücksicht auf Menschenwürde? Ich meine, ich bin dadurch genauso betroffen, muss mich schämen vor unserem Vermieter... Ich dachte durch Insolvenz bekommt man die Chance auf einen Neubeginn, aber anscheinend wird man da erst recht durch den Schlamm gezogen... Ist das alles rechtens was hier abgeht? Bzw. was könnten wir vermeiden oder ablehnen? Weil wenn das so ist, werden wir das Ganze wieder rückgängig machen, so geht das nicht! Lieber nehmen wir den wöchentlichen Besuch des Gerichtsvollziehers in Kauf.
Wer kann mir hierzu Auskunft geben und / oder hat Erfahrungen damit? Würde mich auf ein paar Antworten sehr freuen...
Schönen Sonntag noch...
von Powerschnegge am 09.04.2006 16:39
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>Private Insolvenz und ihre Folgen
Hallo.....
Der Treuhänder hat hier sehr wohl Möglichkeiten was die Benachrichtigungen vom Vermieter oder Arbeitgeber anbelangt !! Sollten dem Schuldner beim Vermieter oder Arbeitgeber repressalien ( Wohnungskündigung / Arbeitsplatzverlust ) drohen, kann hier von einer Benachrichtigung abgesehen werden. Wenn das wie hier befürchtet der Fall sein sollte, reicht es dem Treuhänder darauf hinzuweisen ( schriftlich ) und Ihn auf die drohenden Probleme bei Bekanntwerden am Arbeitsplatz (kündigung ) aufmerksam zumachen. Als Gegenleistung dafür wird der Treuhänder eine Monatliche Gehaltsabrechnung fordern, aus der dann ein evtl. Pfändungsbetrag hervorgeht und sie gegenbenenfalls auffordern diesen Überhang an ihn zu überweisen.Dieses ist also KEIN großes Probelm und im spezielen Fall hier eh nicht der Fall ( 4 Personen ).Auch die Benachrichtigung an den Vermieter ist Ermessenssache....eine Wohnungskündigung mit den verbundenen Kosten einer Neuanmietung ist auch hier Kontraproduktiv und ^schafft eine Menge mehraufwand für den Treuhänder.Da dieser pauschal bezahlt wird, hat der kein Interesse sich unnötige Arbeit aufzuerlegen. Frei nach dem Motto ; Rufen Sie uns nicht an.....WIR rufen SIE an.
Auch ansonsten sei gesagt....Es wird alles nicht so Heiss gegessen wie es gekocht wird.Soll heissen...es ist vieles im persönlichen Gespräch mit dem Treuhänder möglich, aber auch hier gilt; Der Ton macht die Musik !!!
Mahlzeit........
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"Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Schuhe !!"
von qwasy am 10.04.2006 10:00
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>Private Insolvenz und ihre Folgen
Bei mir luDa war es aber eher umgekehrt.
Bei mir z.B. wurde das Konto von meiner Bank nicht gesperrt.Bin seit Dez.2005 in der Inso und als ich ende Januar mit einem Mitarbeiter des TH ein Gespräch hatte um alles noch mal zu erläutern,gab er mit den Brief vom TH das das Konto wieder freigegeben ist.Aber wie gesagt bei mir war zu keiner Zeit das Konto gesperrt.Darum war ich schon ganz schön verwundert.
Und wer über die Inso informiert wird war auch nur der Arbeitgeber,da ja die Sachbearbeiterin für Gehaltsabrechnungen gleich den Pfändbaren Betrag an den TH überweist und die Firma kassiert da auch noch mal 4,50 Euro im Monatbearbeitungsgebühren.Auf meine Frage ob er mein Vermieter informieren würde antwortete er nein das wäre nicht notwendig.
Aber ich würde auch gern noch mal wissen ob es so wie bei mir üblich ist,das ein Insolvensbüro die Arbeit des Treuhänders übernimmt.Ich habe den Treuhänder noch nie persönlich gesehen,gesprochen oder Schriftverkehr gehabt alles läuft über dieses Büro eben.Und dann würde mich noch interessieren ob ich von mir aus dem Büro des Teuhänders die Kontoauszüge schicken muss, oder ob die sich selbst melden.Sei dem Gespräch im Januar was auf meinem Wünsch stattfand höre und sehe ich absolut nichts von meinem TH oder dem Büro.
von Fips am 13.04.2006 09:55
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>Private Insolvenz und ihre Folgen
Mein Konto ist immer noch nicht frei gegeben =*(
Fast 2 Wochen ohne einen Cent, wir haben nichts zu Essen mehr, weder Miete noch Strom noch Versicherungen wurden bezahlt, mein Mann kann morgen nicht zur Arbeit da kein Geld für Benzin, er hat noch Probezeit, und verliert dadurch womöglich jetzt auch noch seinen Job... Das einzigste Einkommen das wir haben... Nicht mal unsere Kinder haben etwas zu essen =*(((
von Powerschnegge am 19.04.2006 15:40
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>Private Insolvenz und ihre Folgen
Hallo nochmal...
Das mit der Bank hat jetzt Gott sei Dank funktioniert...
Jetzt ist noch das Problem mit dem Vermieter... Der Treuhänder hat gemeint er MUSS die Insolvenz unserem Vermieter mitteilen... Weiß jemand ob das nicht doch noch zu vermeiden ist? Mir ist schon klar dass es wegen der Kaution ist, aber die beträgt eh nur 600 € und wir haben ja auch nicht vor auszuziehen, und selbst wenn dann bräuchten wir dieses Geld ja auch wieder für die neue Kaution und unser Vermieter wohnt im selben Haus, wir wohnen in einem 400 Seelen Dorf, es wäre mir einfach sehr peinlich wenn er davon erfahren würde... Es geht ja auch um Menschenwürde und die Ehre hier... Wie ich hier schon öfters gelesen habe tun das andere Treuhänder nicht, unserer besteht darauf... Was wäre denn ein gutes Gegenargument um unseren Treuhänder doch noch davon zu überzeugen es unserem Vermieter nicht mitzuteilen? Bitte helft mir nochmal!!
von Powerschnegge am 24.04.2006 19:43
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>Private Insolvenz und ihre Folgen
Hallo Eidechse....
natürlich hat der Schuldner KEIN Recht darauf das der Vermieter nicht informiert wird. Ich selber aber kenne ca. 10 Insolvenzfälle wo überall auf die Benachrichtigung des Vermieters verzichtet wurde. Übrigens werden die 10 Verfahren von 4 !! unterschiedlichen Verwaltern durchgeführt.
Also gibt es sehr wohl die Möglichkeit auf Benachrichtigungsverzicht ( Wohnungskündigung droht ) !! Und den Verwaltern vorzuwerfen das sie nicht Ordnungsgemäß arbeiten halte ich für arg übertrieben. Es gibt immer und überall die Möglichkeit es anders auszulegen.
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"Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Schuhe !!"
von qwasy am 25.04.2006 11:11
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