Nach dem schweren Zugunglück bei Brüssel vor gut vier Wochen mit 18 Toten gilt die magnetische Störung eines Signals als neue mögliche Ursache. Die Staatsanwaltschaft wolle die Hypothese einer Störung durch ein "Phantom-Magnet-Feld" untersuchen, meldete die belgische Tageszeitung "Het Laatste Nieuws" am Dienstag. Das Feld könnte von Hochgeschwindigkeitszügen verursacht worden sein, die an dem Signal vorbeifuhren.
Bei dem Zusammenstoß der zwei Pendlerzüge in Halle nahe der belgischen Hauptstadt am Morgen des 15. Februar waren 18 Menschen getötet und über 170 weitere verletzt worden. Kurz nach dem Unglück war davon die Rede gewesen, dass einer der Zugführer ein Signal missachtet habe.
Der Netzbetreiber Infrabel erkannte laut "Het Laatste Nieuws" an, dass die betreffende Signal-Ampel "durch etwas" gestört sei. "Es handelt sich vielleicht um ein Magnetfeld, aber die Möglichkeit ist unserer Meinung nach gering", sagte ein Sprecher dem Blatt. Ein Vertreter der Bahngewerkschaft SIC sagte, der Zugführer scheine keine Schuld zu tragen. Der Zeitung zufolge war das Signal am Montag zum zweiten Mal in vier Tagen gestört und schaltete ohne ersichtlichen Grund auf Rot. Daraufhin wurde es abgeschaltet, die Züge müssen jetzt eine andere Strecke fahren.
Die belgischen Behörden wollten nach Angaben mehrerer Zeitungen am Dienstag eine Plan für größere Sicherheit auf der Schiene vorstellen. Er sei auf drei Jahre angelegt und mit 175 Millionen Euro dotiert.
16. März 2010 - 12.01 Uhr
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