
Der belgische Außenminister Karel De Gucht steht nach Medienberichten im Verdacht, sich in der Finanzkrise bereichert zu haben. Mehrere belgische Zeitungen berichteten am Dienstag, die belgische Finanzmarkt-Aufsicht CBFA habe Ermittlungen gegen den liberalen Politiker eingeleitet. Der Chefdiplomat wird demnach verbotener Insidergeschäfte bezichtigt.
Nach Angaben der Zeitschrift "Humo" soll De Gucht am 3. Oktober für einen Wert von 500.000 Euro Aktien der angeschlagenen belgisch-niederländischen Fortis-Finanzgruppe verkauft haben. Kurz darauf kündigten die Regierungen der Niederlande und Belgiens die Zerschlagung des Konzerns an. Die Fortis-Aktie verlor daraufhin mehr als die Hälfte an Wert und landete bei 1,93 Euro.
Der Außenminister wies die Anschuldigungen gegenüber der Presse zurück. Der Liberale räumte aber ein, seine Frau und ihr Bruder hätten am fraglichen Tag 2000 Fortis-Aktien für 5,50 Euro pro Anteilsschein verkauft. Damit läge der Ertrag nur bei 11.000 statt bei 500.000 Euro. Der Fortis-Kurs war bereits zuvor auf Talfahrt gegangen. Grund war auch ein staatliches Rettungspaket für Fortis in Höhe von 11,2 Milliarden Euro.
4. November 2008 - 11.14 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2008
